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„Friends“ ist eine der witzigsten und charmantesten Sitcoms auf dem Fernsehschirm, deren Erfolg man sehr gut verstehen kann.
Herzstück der Serie ist das klar die Personenkonstellation aus den sechs Freundin Rachel Green (Jennifer Aniston), Phoebe Buffay (Lisa Kudrow), Monica Geller (Courteney Cox), ihrem Bruder Ross (David Schimmer), Joey Tribbiani (Matt LeBlanc) und Chandler Bing (Matthew Perry). In den ersten Folgen kommen sie alle durch Zufälle zusammen, wobei sich die Charaktere anfangs nicht alle sofort kennen.
Schnell wird aus der Truppe im Verlauf der Serie ein eingeschworener Freundeskreis trotz Liebeleien, Rivalitäten und Streitigkeiten, die immer wieder zu Verwicklungen führen. Damit wäre an sich auch schon das grobe Konzept für die Serie gegeben, denn auch wenn einige Handlungsfäden über mehrere Episoden laufen, so wird doch kaum einer sehr lange aufrecht erhalten (zu den wenigen dauerhaften gehört z.B. die Tatsache, dass Monica und Chandler ein Paar werden, wenn auch recht spät in der Serie).

Einer der Gründe, warum „Friends“ so viel Spaß macht, sind sicherlich die sympathischen Charaktere, die trotz all ihrer Macken nie zu Witzfiguren werden. So kann man in den Personen auch sich selbst zu einem gewissen Grad wiedererkennen und jeder wird sicher auch den ein oder anderen Charakter aufgrund persönlicher Sympathien favorisieren.
Die Gags sind zwar nicht immer realistisch, aber auch nie total überzogen und bieten Slapstick genauso wie pointierte Dialoge, was oft zum Brüllen komisch ist. Dabei sorgen verschiedene Eigenarten der Figuren immer wieder für Lacher, z.B. Ross’ Schwärmerei für das für den Rest der Welt langweilige Thema Paläontologie oder Joeys Dämlichkeit. Mir persönlich gefallen die trockenen und teilweise recht zynischen Kommentare Chandlers am besten.

Schwachpunkte gibt es an sich kaum zu bemängeln, denn „Friends“ behält seine Spritzigkeit und Frische über die Staffeln hinweg und kann sie bewahren. Natürlich zeigen sich aber auch wie bei jeder Serie gewisse Abnutzungserscheinungen, da viele Gags halt aus den immer gleichen Marotten der Hauptfiguren resultieren. Sicherlich sind diese dann immer noch amüsant, aber nicht mehr so sehr wie vorher. Doch im Gegensatz zu anderen Serien nutzen sich die Gags nicht so sehr ab und auch spätere Folgen zeugen noch von Einfallsreichtum und Esprit.
Die Stammschauspieler sind allesamt große Klasse und spielen so witzig und charmant wie es eigentlich nur möglich ist. Rein objektiv kann man hier niemanden die beste Leistung attestieren; wieder dürften hier persönliche Sympathien den Lieblingsdarsteller bzw. den Lieblingscharakter (für mich Chandler) ausmachen. Zudem kann „Friends“ mit jeder Menge Gastauftritten oder etwas längeren Gastrollen von Stars wie Bruce Willis oder Tom Selleck aufwarten, die meist sehr kultig sind.

Charmant, sympathisch und witzig – selbst im fortgeschrittenen Stadium ist „Friends“ eine gelungene Sitcom, wenn auch mit den typischen Abnutzungserscheinungen einer Serie.

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