Der koreanische Independent-Filmer Young Man Kang versucht sich an einer Parabel des Buches Genesis, transportiert die Figuren Adam, Eva, Kain und Abel in die Moderne und erzählt in drei Episoden einschläfernde Bibelgleichnisse.
1.) Eve´s Secret
Nach der Apokalypse befinden sich in einer kargen Wüstenlandschaft Adam und Eva und ein Priester(!). Da werden sieben dämonische Kämpfer vom Teufel ausgesandt, um Eva zu schnappen. Adam soll Eva schützen, muss er aber nur bedingt, weil sich die Dämonen untereinander fertig machen.
Bis auf die begleitenden Worte einer Sprecherin aus dem Off, wird hier nicht gesprochen, jeder brüllt nur, grummelt oder bleibt stumm.
Da muss man erstmal hinnehmen, dass die Kämpfer zeitgenössisch bekleidet sind, mit Lederjacke und Sonnenbrille, Adam ein Asiat ist und Eva im weißen Kleidchen ziellos durch die Gegend rennt.
Geboten werden ausschließlich kurze Fights, überhaupt nicht choreographiert und denkbar schlecht gefilmt.
Negativer wirken hier aber die visuellen Spielereien, die vollkommen überladen und ziellos eingesetzt werden. So wird beim Ableben eines Kämpfers das Bild in knallrote Farbfilter eingetaucht, dazu ein paar bunte Inserts von Fast-Forward-Wolken, - ein Amateurbeitrag unterster Güte, der einer Klopperei Unterbelichteter nach starken Drogenkonsum gleichkommt.
2.) Kain und Abel
Im zeitgenössischen Korea finden Cage-Fights statt. Eines Tages setzt Kain Eva als Wetteinsatz ein, weil er sicher ist, dass sein Bruder Abel gegen den Bösewicht bestehen wird, doch Abel stirbt.
Um Eva zurück zu gewinnen, muss Adam gegen den Fiesling antreten.
Als hätte ein vollkommen anderer Regisseur diesen Part inszeniert, ist dieser der einzige, der zumindest nicht anödet.
Inhaltlich bietet das Geschehen das letzte Drittel eines konventionellen Martial-Arts-Films: Typ verliert Kampf gegen Bösewicht, Freund oder Verwandter rächt sich im Endkampf.
Die Kämpfe bieten zwar nur Akrobatik auf mittlerem Niveau, sind aber ordentlich gefilmt und lassen ein annehmbares Tempo aufkommen. Die Dynamik fehlt dennoch, die Begleitmusik liefert völlig unpassende Streicherklänge ohne Rhythmus und zwischen den Fights nehmen gedehnte Szenen, die kaum aus Dialogen, aber nachdenklichen Gesichtern irgendwo in einer kargen Landschaft bestehen, fast komplett den Wind aus den Segeln.
3.) Snake´s Temptation
Der Sündenfall: Soeben hat ein Priester Adam und Eva verlobt, schon taucht ein junger Hallodri, ein Weiberheld auf, um Eva abtrünnig zu machen und sie jungfräulich in die Kiste zu bekommen. Das gelingt ihm auch, Adam ist gekränkt, der Priester spricht ihm Mut zu, Eva zu vergeben, denn es steht ein Meteoriteneinschlag bevor, der das Ende der Welt bedeuten wird.
Hier ist es dann ganz vorbei mit körperlichen Einsätzen, im Vordergrund stehen Dialoge, eingeblendete Bibelzitate (damit auch der unbedarfte Zuschauer den Kontext kapiert) und weil überhaupt keine Bewegung im Spiel ist, fallen die darstellerischen Schwächen der Beteiligten um so stärker ins Gewicht.
Ein belangloses Drama über Verführung, Fremdgehen und Gewissensbisse.
Dabei hätte der Sündenfall weitaus mehr Raum für emotionale Tiefe geboten, die hier überhaupt nicht zum Tragen kommt.
Die Figuren sind allenfalls zweckmäßig charakterisiert, Snake ist der schöne Jüngling, der ein Dutzend Frauen um sich scharrt, Eva nur hübsch, aber fast ohne Worte, Adam ein Gläubiger, ebenfalls wortkarg.
Und als wenn das müde Dreiergespann nicht schon genug Grund zum Abschalten wäre, beendet ein lachhaft inszenierter CGI-Meteorit sekundenschnell das Geschehen, die moralische Botschaft verpufft im schneeweißen Hintergrund.
Der Nexus der Geschichten ist erkennbar, doch das Potential der Bibelvorlage wird nicht in Ansätzen ausgeschöpft.
Prinzipiell ist die Idee brauchbar, die Umsetzung jedoch völlig ohne Belang, oft inhaltslos und selten temporeich oder gar spannend.
Die darstellerischen Leistungen liegen fast durchweg auf unterstem Niveau, nur Bruce Khan, der in zwei Episoden den Adam gibt, performt okay.
„Eine nie da gewesene Zeitreise“ wird da für den Film geworben, - nie da gewesen vielleicht, aber auch selten so wenig ansprechend umgesetzt wie hier.
Da ziehe ich persönlich die biederen Bibelverfilmungen der 50er vor. Die bieten zwar eine Menge unfreiwilligen Humor, liefern aber bunte Bilder und talentierte Darsteller, was sich hier überhaupt nicht findet.
Hölzern umgesetzte Parabeln ohne Gefühl oder inszenatorischer Raffinesse, kalt, belanglos, langweilig,
2,5 von 10