kurz angerissen*
Dass die Holmes-Reihe zu diesem Zeitpunkt längst nur noch spielerische Routine ist, verrät bereits der Prolog. In diesem hangeln sich Holmes und Watson durch eine völlig hanebüchene Schnitzeljagd, bei der sich durch obskure Andeutungen eine Adresse zusammensetzt. Dahinter verbirgt sich ein Premierminister mit einem Auftrag, den Kronprinzen seines Landes in die Heimat zu geleiten nämlich. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man sagen, dass die Spurenlesefähigkeiten des Meisterdetektivs mit diesem Possenspiel bloßgestellt werden sollen. Doch Holmes quittiert die merkwürdigen Avancen der Stichwortgeber auf den Straßen Londons mit ausgestellter Gelassenheit, und so ist es nur wieder Watson, der völlig an der Nase herumgeführt wird und sich in einer abgerockten Fish-n-Chips-Spelunke sichtbar unwohl fühlt.
Schließlich begibt sich die Handlung auf ein Schiff und wird darauf auch ihre gesamte Stunde Laufzeit verbringen. Nicht zum ersten Mal wird Holmes temporär aus dem Spiel genommen und Watson zum zwischenzeitlichen Hauptdarsteller erklärt; erwarten kann man von ihm aber auch nach all den Jahren kaum mehr, als dass er sich vor den anderen Bordgästen mit alten Abenteuergeschichten brüstet.
Die Kniffe und Wendungen, die das Drehbuch anschließend bemüht, sind längst zu müden Standards geworden; insbesondere die Nachricht vom vermeintlichen Tod Holmes' nimmt allenfalls noch sein langjähriger Kollege beim Wort (auch wenn sich sein Gesichtsausdruck beim Vernehmen der Nachricht kaum verändert). Aus dem Whodunit wird kurzum ein wildes Ratespiel gemacht, das den zähen Mittelteil nur unzureichend füllen kann, gerade auch, weil Holmes es am Ende ja ohnehin schon alles vorher wusste.
Einer der schwächsten Beiträge der Reihe. Dann lieber noch einmal Mr. Moto bei seiner Shanghai-Überfahrt beiwohnen.
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