Sherlock Holmes ist mal wieder in den Kriegswirren des 20. Jahrhunderts gelandet. Während des zweiten Weltkrieges versetzt "Die Stimme des Terrors" London in Angst und Schrecken. Sherlock Holmes wird beauftragt, der Stimme des Terrors auf die Spur zu kommen.
So gern ich auch die Rathbone/Bruce Episoden der Sherlock Holmes Reihe sehe, ist diese Folge die bisher schlechteste, die ich kenne. Kritikpunkte gibt es einige, so wurde zum Beispiel der Stammregisseur ausgewechselt, auch der Zeitsprung in WW II ist etwas, was nicht wirklich Holmes kompatibel ist, aber vor allem das Script weist viele Mängel auf. So sind Holmes Schlußfolgerungen eher dahingeschluderter Natur, allein so Sachen das alle guten Messerwerfer aus Hamburg kommen, Sherlock jede Drecksorte mit Vornamen kennt und diese am Schuh eines verblüfften Gegenübers identifizieren kann, auch das er die Identität eines Verdächtigen schon in und auswendig widerlegen kann, kommt überrraschend, da es vorher mit keiner Dialogzeile auch nur angedeutet wird.
Ein klassischer Fall des Detektivs ist Stimme des Terrors jedenfalls nicht. Im Gegenteil, wichtige Ermittlungsarbeit muß irgendeine Bardame namens Kitty machen, die dazu auch noch naive Hurra-Patriotismus reden schwingt, die 1942 wohl angebracht waren, aber heute leicht fehl am Platze wirken. Der Film könnte auch ein beliebiger Durchhaltestreifen sponsored by Winston Churchill sein, zumindest wurde das Thema in die Geheimwaffe wesentlich subtiler angegangen, auch wenn es dort ebenfalls um Krieg und Nazis geht. So gibt es beispielsweise keinen Moriarty oder Lestrade und auch Watson ist nur für wenige Momente als Stichwortgeber aktiv (nur die eine Szene in der Holmes genau voraussagt, das eine junge Dame auf sie warten würde und Watson als Begründung, das ihm ein Mitglieg des Kriegsrates das vorher erzählt hatte, fand ich schon wieder dreist witzig).
Das aus eben jenem Kriegsrat auch der Drahtzieher des allwissenden Piratensenders kommt, dürfte jedem Zuschauer schnell klar geworden sein. Nur die Enttarnung eben ist sehr schwach aus der dünnen Luft gegriffen. Die Stunde Laufzeit des Films geht zwar trotzdem problemlos vorbei, aber wirklich zufrieden kann man nach Abspann nicht sein. Zum Glück wurde das Holmes im Krieg Konzept schnell wieder fallen gelassen.
5/10