Review

Nie zuvor und nie nachher war Edward Norton so gut und charismatisch wie in diesem Film.
Das liegt aber auch an der äußerst fähigen Inszenierung, die ihn - vor allem in seiner rechtslastigen Darstellung - als fast schon übergroßen Charakter darstellt.

Das Thema, so delikat es ist, wird zum einen recht groß angelegt, die musikalische Untermalung erinnert in Teilen an die übergroße Inszenierung eines späten Spike Lee - man beachte die musikalische Untermalung in allen späteren Filmen mit Denzel Washington in der Hauptrolle (z.B. He got Game).
Und zum anderen halt an Nortons schauspielerischem Können.

Dennoch wird es hier dem neutralen Zuscahuer zu einfach gemacht:
Der Teufelkskreis beginnt mit den männlichen Identifikationsfiguren in der Familie, die zwar auf die eine oder andere Weise scheitern, aber die männlcihen Nachfolger bedeutsam prägen, so dass diese in die rechte Szene abrutschen. Jeder noch so intelligente Kerl kann so zu einem Nazi werden?
Trifft vielleicht auf Einzelschicksale zu, aber als Erklärungsansatz einfach zuwenig.

Und das im Gefängnis Vergewaltigungen statt finden ist auch nichts neues.
Dass dann letztendlich ein Weg auf den ersetn Blick aus diesem Teufelskreis gefunden wird, nur um letztendlich zu sehen, dass die Spirale der Gewalt eigentlich nicht mehr aufgehalten werden kann, ist zwar effektiv in Szene gesetzt, aber storytechnisch kein neuer Kniff, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen.

Letztendlich bleibt ein sehr guter Film zurück, der mehr vom Charisma Nortons lebt und seinem Spiel als von der auf den ersetn Blick großartigen, aber im zweiten Sehen eigentlich doch schon konservativen Inszenierung.
Stilistische Spielereien oder einzelne Szenen bleiben zwar in Erinnerung, aber zu den ganz großen Filmen fehlt dann doch ein gutes Stück.

8 Punkte.

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