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Der Kiemenmensch lebt und wird relativ fix mit Fischgift betäubt und nach Florida abtransportiert, wo er als sensationelle Hauptattraktion in einem Aquarium herhalten muss. Wieder verliebt er sich in eine junge Taucherin. Diesmal gelingt es den Wissenschaftlern, die erstaunliche Intelligenz des Monsters zu erforschen, indem sie ihn mit Ködern, Stromstößen und einfachen Kommandos manipulieren. Doch irgendwann zerreißt das Vieh seine Fußkette, schnappt sich seine Betreuerin und bricht aus dem Aquarium aus.

Wieder saß Jack Arnold auf dem Regiestuhl, doch diesmal ist die Geschichte nicht mehr ganz so frisch und überzeugend. Am tollen Kostüm des Monsters hat man sich eigentlich schon im Original satt gesehen und während im ersten Teil das Einfangen und Jagen fast die gesamte Laufzeit beanspruchte, wird das Biest hier ganz schnell überrumpelt, um die Story möglichst schnell voran zu treiben und den neuen Schauplatz zu erreichen, was die Strapazen der Helden aus Teil 1 ein wenig schmälert. Abgesehen davon ist die Fortsetzung aber in tricktechnischer und handwerklicher Hinsicht tadellos, begeistert zumindest wieder durch viele aufwendige Tauchszenen mit dem phantastischen Ungetier und wurde fürs Kino erneut komplett in 3D gedreht. Der Amoklauf im Aquarium ist zwar sehr kurz, dafür aber hervorragend inszeniert. Und trotz einiger Füllszenen mit einer Delphinshow und den anderen Tieren in ihren Becken kommt nie auch nur annähernd so ein plumper abendfüllender Werbefilm für einen Freizeitpark zustande wie 3 Jahrzehnte später bei JAWS 3, der übrigens ganz unverschämt von diesem Film hier klaut. So ist z.B. die Szene mit dem Haifischbaby, das betäubt im Becken treibt und zur Anregung des Kreislaufs langsam durchs Wasser geschoben wird, fast 1:1 von der entsprechenden Szene mit dem Kiemenmensch übernommen worden. Jack Arnold holt aus der einfachen Handlung auch wieder ein Maximum heraus, indem er die Kreatur erneut als intelligentes Raubtier schildert, das eigentlich nur in Ruhe gelassen werden möchte, aber ständig von den Menschen misshandelt und gejagt wird, was wieder sehr viel Sympathie und Mitgefühl für dieses Wesen erzeugt. Später hält es dann ganz Florida in Atem und darf wieder in vielen packenden und dramatischen Szenen nach planschenden Urlaubern in Seen grabschen. Eigentlich bilden Teil 1 & 2 eine gewisse Parallele zu KING KONG (erster Akt: Das Biest als König in seiner Heimat; zweiter Akt: Gefangenschaft und Amoklauf in der Welt der Menschen). Jedenfalls ist diese Fortsetzung dem Original durchaus würdig und stellt einen sehr ansehnlichen Monster-on-the-loose-Streifen dar, der, eben typisch für Jack Arnold, etwas mehr Raffinesse und Hintergrundgedanken besitzt als die meisten anderen Werke von damals.

7 von 10.

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