1954 inzenierte Jack Arnold das B-Movie Der Schrecken vom Amazonas, und konnte sich damit in der Horror-Abteilung der Filmgeschichte einen Namen machen. Tatsächlich nennt man den Kiemenmenschen heute noch in einem Satz mit Dracula oder Frankenstein. Ein Jahr später nun die Fortsetzung.
Schonmal etwas negativ auffallen tut der Anfang. Der Kiemenmensch lebt noch, obwohl man ihn am Ende des ersten Teils leblos im Wasser hat treiben sehen, immerhin wurde er Zielscheibe mehrerer tödlicher Schüsse. Eine Erklärung gibt es auch nicht. Gibt es also noch so ein Vieh oder hat sich der alte Kiemenmann einfach nur regeneriert? Eine Frage, auf die man erstmal keine Antwort bekommt. Nun ist das alles ein jahr her, der schnorrige Kapitän aus dem ersten Teil ist wieder dabei und fährt mit einem Team Forschern wieder zu der Lagune, um das Ungeheuer mittels kommerzieller Zwecke zu fangen. Kurz gesagt haben die vor, das Vieh vor aller Welt in einem Aquarium gefangen zu halten, wie es halt in der Natur des Menschen liegt, alles Unbekannte möglichst populär zu machen. So werden die ersten 10 Minuten dazu genutzt, das Vieh mittels Dynamit zu betäuben, einzupacken und loszudüsen. Im Aquarium angekommen wird der Kiemenmann erstmal wiederbelebt, rastet erstmal ne Runde aus, wird wieder gefangen, in seine neue Heimat (Ein farbenfrohes Becken) gesteckt und erstmal begafft. Während dieser Zeit kriegen wie die Story rund um Prof. Clete Ferguson und seiner dollen Partnerin Helen vor die Augen gerieben; wie sich die beidem am Strand amüsieren, sich in allen Lebenslagen küssen oder sich eine Delfinshow ansehen, die zwar nett anzusehen ist, aber nicht wirklich in den Film passen will. Dann bricht das Monster auch endlich aus, durchbricht diese familientaugliche Atmosphäre, die sich beinahe breit gemacht hätte, und schwimmt nun wieder in der offenen Welt herum. Wenig später entführt das Vieh Helen bei einem eigentlich als gemütlich geplanten Tanzabend, wird wenig später entdeckt und wieder munter erschossen. Am Ende treibt es wieder leblos am Wasser, wahrscheinlich wurde die gleiche Szene wie aus dem ersten Teil einfach nochmal aus der Besenkammer geholt.
Eines muss man dem Film zumindestens lassen, er ist spannender als der erste, mag es an den verschiedenen Schauplätzen diesmal liegen oder der etwas gröberen Art, mit der der Kiemenmensch hier seinen Opfern begegnet. Besonders in diesen "Gewaltszenen" geht es recht dynamisch zu, damals hat man bei sowas wahrscheinlich noch einen Herzinfarkt bekommen. Auch über eine stellenweise aufkommende "Grusel" Atmosphäre lässt sich nicht streiten, stellenweise ist das alles hier sogar besser als Teil 1. Nur zwei Sachen fehlen diesem Film. Erstens mal der Kultstatus (Teil 1 ist wesentlich berühmter) und zweitens die Logik. Gut letzteres ist vielleicht nicht ganz so schlimm, nur hatte ich z.B das Gefühl, dass der Hund (Charlie hieß er) in der zweiten Hälfte des Films ein Schäferhund war, in der ersten Hälfte nicht. Wurde hier mit zwei verschiedenen Hunden gearbeitet? Wenn ich mich irren sollte, enschuldigt.
Abschließend kann man sagen, dass ich auch beim Sequel nicht unbedingt richtig mitgefiebert habe, die Darsteller waren wieder stellenweise äußerst schwach, diese Hellen lässt sich mal wieder sorgenfrei als doof einschätzen, auch wenn sie studiert, im Film macht sie hier und da dumme Sachen, sich dem Biest z.B zu nähern obwohl der Partner ungefähr hundertmal sagt "Nein, nicht!". Und das sich der Kiemenmensch letzendlich in die Olle verliebt ist ja auch nichts anderes als das Brot von gestern.
Sicherlich hat der Film Stärken, deshalb geb ich ihm auch beinahe 7 Punkte, aber auch nur, weil er halt auf romantische Art und Weise gruselt, wie es eben bei alten Horrorfilmen so ist. Da wird die bedrohliche Musik des Monsters selbst dann gespielt, wenn gar nichts passiert, aber egal.
Fazit
Nette, aber etwas fade Fortsetzung, die manchmal auf Logik pfeift und auch nicht unbedingt die Meisterklasse an Schauspielkunst zu bieten hat, aber immerhin spannend ist.
6,5 /10