Review

“Hier steht etwas Umwerfendes! Der sensationellste Fund seit dem Peking-Menschen!“ –
„Hat vielleicht jemand ein Mädchen mit echten blonden Haaren entdeckt?“

Eingebettet in die Fortsetzung seines Kreaturengrusel-Klassikers „Der Schrecken vom Amazonas“ drehte Regisseur Jack Arnold 1955, also nur ein Jahr dem ersten Auftritt des Mensch/Fisch-Hybriden, eine intelligente, harsche Kritik an der wenig artgerechten Haltung und kommerziellen Ausschlachtung der Tierwelt durch den Menschen in Erlebnis-Zoos und –Aquarien, für die die wilden Wesen gequält und gedrillt werden, um sie zu domestizieren und als Unterhaltung für die Besucher verwertbar zu machen. Der Kiemenmensch hat die Angriffe aus Teil 1 anscheinend überlebt (wie genau findet hier keine Erwähnung) und wird rasch gefangen und in ein solches öffentliches Aquarium deportiert, bis es irgendwann ausbricht und Angst und Schrecken verbreitet, was es eigentlich gar nicht unbedingt beabsichtigt. Ähnlich wie bei „King Kong“ entwickelt die Kreatur zudem zarte Gefühle für die weibliche Hauptdarstellerin, gespielt von Lori Nelson. So erfreulich die Aussage dieses mit einer tragischen Note versehenen Films auch ist, der wie schon sein Vorgänger wieder mit sehenswerten Unterwasseraufnahmen punktet, so überflüssig erscheint mir die Streckung der Handlung durch die schmalzige Romanze zwischen der männlichen und der weiblichen Hauptrolle. Die dafür verwendete Spielzeit hätte man gehaltvoller nutzen können. Trotzdem gefällt auch die Fortsetzung aufgrund der bereits angesprochenen Qualitäten und der stimmungsvollen musikalischen Untermalung, die mit für die passende Atmosphäre sorgt.

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