Review

kurz angerissen*

Die schnell nachgekurbelte Fortsetzung zum "Schrecken vom Amazonas" geht den üblichen Weg vieler Monsterfilmsequels seiner Zeit und befördert die Kreatur aus dem eigenen Wohnzimmer in die Zivilisation. Knüpfen die ersten Minuten noch nahtlos an das Flair des Originals an, erfährt anschließend nicht nur das Titelmonster einen wahren Kulturschock – es ist schon ein Unterschied für die Atmosphäre, ob man den beschuppten Humanoiden durch brasilianische Gewässer oder durch das Aquarium eines Themenparks schwimmen sieht.

Letzterer ist dennoch recht fotogen mit seiner schillernden Meeresbewohnerkultur, in deren Mitte das entführte Wesen wie ein angeketteter König flucht und jede Möglichkeit zur Flucht mit List und Intelligenz in Betracht zieht. Jack Arnold nutzt die Konstellation folgerichtig für diverse Unterwasserstunts, bei denen die Hauptdarsteller John Agar und Lori Nelson, insbesondere natürlich letztere, laufend in Scheingefahr gebracht werden, wenn sie sich dem Wesen beispielsweise bei der Fütterung zu sehr nähern oder dessen Lernprozess unterschätzen.

Natürlich kommt dabei die finale Pointe von "King Kong" zum tragen und mit ihr die Grausamkeit des Menschen, alles Exotische seiner Wurzeln berauben zu müssen, um es bestaunen zu können. Parallel werden Theorien des Behaviourismus präsentiert (nettes Detail am Rande: Clint Eastwood in einem frühen Gastauftritt als Laborant) und am Versuchsobjekt demonstriert, was den kritischen Blick auf die oben genannte menschliche Eigenart noch verschärft. Nur logisch, dass sich das Blatt irgendwann wendet und die Kreatur auf Rache sinnt...

Die Fortsetzung ist solide inszeniert und hat einige beachtliche Spezialeffekte auch abseits des groß beworbenen 3D-Effekts zu bieten (als ein Mann vom Monster gegen einen Baum geschleudert wird, erinnert die Bewegung an das Wirework in chinesischen Wuxia-Filmen der 70er bis 00er Jahre) und insofern durchaus Schauwerte zu verbuchen, die eigentliche Faszination für das Fischwesen geht ins einer Gefangenschaft allerdings ein Stück weit verloren.

*weitere Informationen: siehe Profil

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