Review

Ich kann es mir direkt vorstellen, wie die Drehbuchautoren da gelangweilt im Büro saßen und ihre Nasenhaare gefärbt haben. Plötzlich denkt einer laut: "Kommt, machen wir einen Scheißfilm!" und alle beführworten diese Entscheidung mit freudigem Brüllen. Dann sagt noch einer "Und um alle zu verarschen schreiben wir Stephen Kings Namen auf das Cover!"; und der Kessel Buntes fängt munter an zu kochen. Anders kann ich mir dieses irgendwie unmotivierte Möchtegern-Filmchen nicht vorstellen.

Um die Story mal schemenhaft Revue passieren zu lassen. Auf einem geheimen Regierungsstützpunkt mitten in der Arktis sterben zwei Crew-Mitglieder. Zur Lösung und Behebung des Problems werden mal eben zwei (!!) Militärpolizisten losgeschickt, die auch gleich aufräumen in der Station. Dort treffen sie auch noch auf eine panisch-hektische Ärztin und einen debil-munteren Sergeant, die die einzigen Überlebenden sind. Irgendwann fängt die Kacke aber zu dampfen an, als eine der Leichen plötzlich aus ihrem Zimmer verschwindet.

So, liebe Rätselfreunde, jetzt klatscht mal alle in die Hände und sucht die Verbindung, die Stephen Kings Namen auf dem Cover gerechtfertigt. Die Story an sich kann es nicht sein, dann müsste man auf jeden Film, in dem tote zurückkehren, den Namen vom Meister des Horrors kritzeln. Na, gefunden? Ok Ich helf mal nach. In einer Szene mittig des Films findet unser übereifriger Militärpolizist in einem Zimmer eine Weltkarte, auf der überall kleine Pentagramme gemalt wurden. Und in einem Pentagramm in Amerika stehen die Namen Jim Norman (Protagonist aus Teil 1 und Kings eigentlicher Kurzgeschichte) und Jon Porter (Protagonist aus Teil 2). Zur absoluten Krönung liest der Polizist die Namen laut vor und sagt anstatt Jim Norman mal eben "Jim Norton", obwohl man selbst auf der Karte ganz eindeutig gesehen hat, dass da NORMAN steht. Aber bei den Leseübungen hat da wohl immer mal einer das ein oder andere Auge zugedrückt.

Aber mal zurück zum eigentlichen Film. Lässt man mal die unverschämte Sache mit Kings Namen weg muss man zugeben, dass der Film die erste Zeit einigermaßen unterhalten kann. Es mag vielleicht daran liegen, dass der Film hier nie unbedingt lahm wird und auch einige nette Szenen sich das anscheinend geringe Budget nicht anmerken lassen. So hat man hier einen relativen soliden Horrorfilm vor Augen, der nicht wehtut und das Rad wahrlich nicht neu erfindet, aber zumindestens recht nett ist. Doch dann müssen die Drehbuchautoren plötzlich angefangen haben, den Robby Bubble aus dem Vorratslager leer zu saufen. Denn ganz plötzluch, ohne große Vorwarnung, fängt der Film an, Schwachsinn in Reinform zu labern. Da ist der bierernste Militärspolizist plötzlich der Sohn von olle Luzifer persönlich, und sein Bruder ist für das Massensterben auf der Station verantwortlich. Von Null auf Hundert entpuppt sich einer der Überlebenden als ganz böser Typ, was man natürlich sofort an dem stilechten Pentagramm auf seiner Stirn erkennen kann. Und das Finale ist letzendlich so kreativ wie eine leere Leinwand, auf die man aus Spaß an der Freude raufgerotzt hat.

Aber nicht nur damit beweist der Film seine letzendlich unsinnige Machart. Auch mit einer farblosen Nebenhandlung wird schön auf dem Pferd "Wir wussten nicht mehr weiter" rumgeritten, denn der Polizist verliebt sich kurzfristig in die Stationsärztin, was natürlich völlig plausibel ist. Die beiden kennen sich seit ungefähr ein paar Stunden und er hat sie schon angeschrien - die perfekte Vorraussetzungen für eine wundervolle Liebe. Und als wenn das noch nicht genug war, darf am Ende selbstredend das magische Ende nicht fehlen, in der die beiden gerettet werden und er ihr erstmal einen Verlobungsring an den Finger steckt. Hätte nur noch gefehlt dass im warmen Schein des Abends ein Text eingeblendet wird mit dem Inhalt: "Die beiden heirateten, adoptierten mehrere ausländische Kinder um sie amerkanisch zu erziehen und leben glücklich bis an ihr Ende"

Fazit

Sinnlose wie unnötige Fortsetzung, die Kings Namen völlig als Marketing-Plus verwendet und dabei völlig unkreativ ist. Für King-Sammler noch einigermaßen nett, für alle anderen der reinste Müll.

3/10

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