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Das Kindergarten-Gekloppe geht in die zweite Runde, kaum vorstellbar dass "Mortal Kombat - Annihilation" noch ein ganzes Stück mieser ist, als das schon katastrophale Original. Dieses räumte an den Kinokassen gewaltig ab, ein guter Grund für die Produzenten weitere dreissig Millionen Dollar für ein Sequel springen zu lassen. Erneut ist das PG-13 Rating die Grenze, wobei es schon als skurril zu bezeichnen ist, dass der Film in Deutschland für Jugendliche gar nicht freigegeben ist. Der unerfahrene John R. Leonetti (Butterfly Effect 2) löste Paul Anderson als Regisseur ab, beim Erstling fungierte Leonetti noch als Kameramann.

Liu Kang (Robin Shou), Sonya Blade (Sandra Hess) und Johnny Cage (Chris Conrad) haben das "Mortal Kombat" zwar gewonnen, doch Shao Khan (Brian Thompson) bricht die Regeln und öffnet erneut das Tor zu Outworld. So beginnen die Erde und Outworld miteinander zu verschmelzen. Auch ermordet Khan den armen Johnny Cage, weswegen Liu, Sonya, Rayden (James Remar) und Kitana (Talisa Soto) erstmal die Flucht antreten. Während Rayden den Rat der Götter um Hilfe bittet, sucht sich Sonya Verstärkung bei ihrem ehemaligen Partner Jax (Lynn Williams). Liu soll bei Nightwolf (Litefoot) neue Kampftechniken erlernen, doch dabei wird Kitana entführt. Nun stehen sie erneut einer Armee von schier unbesiegbaren Gegnern gegenüber, eine Niederlage bedeutet das Aus für die Erde.

Welches kranke Hirn denkt sich bitte so einen Schrott aus? Nimmt man dieses Sequel unter die Lupe, so existiert hier nicht mal ein Alibi. Ließ man im Vorgänger wenigstens den Figuren noch ein wenig Platz, so hangelt man sich hier von einer Klopperei zur nächsten. Gerade Johnny Cage der das Geschehen im Vorgänger noch durch seine trockenen Onliner aufwertete, darf gleich zu Beginn ins Gras beißen. Und wozu wurden die ganzen Regeln für das "Mortal Kombat" überhaupt gemacht, wenn der Rat der Götter stets tatenlos zusieht wie sie gebrochen werden? Nicht mal wenn man sein Hirn komplett ausschaltet, kann man sich amüsieren, denn da wären ja noch die zahlreichen CGI-Effekte welche mal wieder unter aller Kanone sind. Nicht mal dieser gewisse düstere Grundton will Leonetti hier gelingen, weil man auf den ersten Blick sieht, dass die Kulissen gar nicht echt sind. Der Technoscore hält immerhin ein paar Melodien parat, die zu den Fights passen. Aber bei den Kämpfen sieht es erneut traurig aus, denn so etwas wie eine Choreographie existiert nicht. Stattdessen werden grüne Leuchtbälle durch die Luft geschleudert, Raketen aus einem Körperpanzer abgefeuert, oder Dinge in einen Eisblock verwandelt. Die Darsteller haben jedoch nicht die geringste Ahnung von Martial Arts und das sieht man in jeder Szene.

Da hilft es nicht mal, dass "Mortal Kombat - Annihilation" eigentlich eine Dauerklopperei ist, die Lücken wurden mit dämlichen Dialogen gestopft. Als Ersatz für Cage kommt Sonyas Partner Jax hinzu, der hat sich Armprothesen anfertigen lassen, um noch stärker zu sein. Erneut zieht man in den Kampf gegen irgendwelche Ninjas, oder Ungeheuer mit vier Armen, oder Hörnern. Dabei sind Wirework und Animationen deutlich erkennbar, nur echte Moves sind rar. Dabei muss hier sogar Lord Rayden einige Kämpfe bestehen und verliert aufgrund des Eintritts in Outworld sogar seine Unsterblichkeit. Kitana wird während des Kampfes mit ihrer toten Mutter konfrontiert, die auf der Seite von Shao Khan steht. Und Liu Kang hat erneut den Löwenanteil der Arbeit zu tragen und darf final im "Mortal Kombat" gegen Shao Khan antreten. Doch alle Kloppereien sehen gleich aus und haben keinerlei spektakuläre Momente zu bieten. Auch einige Darsteller rochen den Braten und so waren Christopher Lambert, Bridgette Wilson und Linden Ashby für dieses Sequel nicht mehr zu haben. Robin Shou (Beverly Hills Ninja, 18 Fingers of Death) bieb der Reihe treu und liefert die wohl schlechteste Leistung seiner Karriere. James Remar (Nur 48 Stunden, Sharpshooter) übernimmt den Part des Rayden und Sandra Hess (Beastmaster, Jagdzeit) mimt Sonya Blade. Neben Talisa Soto und Brian Thompson liefern alle Darsteller eine unterirdische Leistung, was aber bei dem ganzen restlichen Murks kaum ein Wunder ist.

Das Ziel ist erreicht, denn schlechter geht es wirklich nicht mehr. Ohne den Ansatz einer Story bietet diese Dauerklopperei auch noch miese Effekte und dämliche Dialoge. Die Fights kommen ohne jegliche Höhepunkte aus, Choreographien sind Mangelware. Die Darsteller baden es lustlos aus.

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