Abrechnung mit Grimms Märchen und Co
Story:
Im Märchenland Duloc verbannt der Möchtegernkönig Lord Farquaard alle Märchen- und Fabelwesen in den Sumpf des Ogers Shrek. Nur liebt der seine Privatsphäre und hält gar nichts von seinem überbevölkerten Sumpf. Also geht er zum bösen Lord, damit die Märchenwesen wieder aus seinem Sumpf verschwinden. Der schlägt ihm einen Deal vor: Shrek befreit die Prinzessin, dafür räumt Farquaard den Sumpf. Shrek zieht also los um die Prinzessin zu befreien. Nach der Rettung verliebt er sich in sie, wobei er nicht weiss, das die Prinzessin ein Geheimnis hat.....
Was sicht anhört wie eine typische Märchenstory, entpuppt sich schnell als die perfekte Verulkung aller bekannten Märchen und Sagen. Keine Minute vergeht, ohne dass man an irgendwelche Dinge aus seiner Kindheit, aber auch aktuelle Filme erinnert wird. Shrek parodiert diese im Verlauf der natürlich vorhersehbaren Story köstlich. Nur das Ende ist mir arg zu kitschig geraten, denn da wird auf konventionelle Märchenkost zurückgegriffen.
Musik:
Evergreens sind angesagt. Untypisch für einen normalen Märchenfilm werden hier Rockklänge genutzt, die das coole Feeling des Films unterstützen. Eine klasse Modernisierung, die den Zuschauer mitreißt. Aber auch für gute instrumentale Musik ist gesorgt, damit einem auch gleich klar wird wer gut und böse ist. Bestens Beispiel ist wahrscheinlich Farquaards erster Auftritt. Ein paar Einspielungen erinnern auch ungeheuer an OSTs aktueller Kinofilme.
Atmosphäre:
Ein Gag jagt im Film den nächsten. Zum einen werden in dem Film alle möglichen Märchenfiguren veralbert. So gibt es zum Beispiel einen französischen Robin Hood mit seiner Bande (singen am Ende YMCA a la Karaoke) oder die sieben Zwerge, die Shrek erst mal Schneewittchen auf den Tisch knallen, während der böse Wolf es sich schon mal in Shreks Bett bequem macht. Auch die rülpsende und kampfstarke Prinzessin ist recht erfrischend.
Weiter werden erfolgreiche Kinofilme aufs Korn genommen, so ist zum Beispiel der Matrixkampf der Prinzessin Fiona mit der Robin Hood Truppe unübersehbar. Auch die Geschichte mit den Schichten und den Zwiebeln sollte Forrest Gump Kenner etwas sagen...
Auch bösartiger und doppeldeutiger Humor kommt in diesem Film nicht zu kurz. Da wären zum Beispiel die ewigen Anspielungen auf Farquaards Größe, die Zerschlagung des Spiegels, oder der platzende Vogel als die Prinzessin sinkt. Ein wenig Modernisierung wurde auch betrieben. So battelt sich Shrek mit den Rittern im Ring und zeigt dabei so manche bekannte Manöver aus dem Wrestlingbereich. Der Zuschauer kugelt sich vor Lachen und kommt auf Grund der zahlreichen Gags kaum noch zum Luft holen. Selbst wenn man befürchtet, das der Film in Kitsch abgleitet (Prinzessin singt), hat der Film noch mal einen Einfall zu bieten (Vogel platzt).
Leider bekommt der Film am Ende die Kurve nicht mehr so ganz. Die Vermählung der beiden Oger ist dann doch zu arg märchengerecht geraten. Da überwiegt leider doch der Kitsch und das passt nicht zum Rest des Films. Gut das darauf noch mal eine Karaoke folgt.......
Stimmen:
Im guten und ganzen eine gute Auswahl, die aber bei weitem nicht an das Original heranreichen kann. Besonders die Eddie Murphy Stimme beim Esel hat mir gefallen. Leider ist der Sprecher Shreks recht unglücklich gewählt. Die Stimme hätte viel tiefer und düsterer sein müssen.
Fazit:
Geniale Veralberung bekannter Märchen und Fabeln mit extremen Humorfaktor. Selbst wenn man glaubt, den nächsten Gag zu kennen, fährt der Film etwas anderes auf. Wahnsinn! Leichte Abzüge gibt es da nur bei der unglücklichen Synchronstimme und dem Kitschende. Der Rest ist einsame Spitze.