Alle Welt jubelt über "Shrek", da will ich mich nicht querstellen.
Den PC-Animateuren ist hier eine wunderbare Mischung aus kindgerechten Märchenstrukturen und altersklassenambivalentem Witz gelungen, den sich sicherlich auch Erwachsene gern einmal antun würden.
Diese Verbindung ist in der heutigen Zeit ungemein wichtig, wie man an "Atlantis" und seinem mageren Einspiel erkennen konnte, da der Film jüngere Zuschauer sichtlich überforderte. Andererseits war sicherlich der eine oder andere Erwachsene doch eher vom aufs jüngere Publikum zugeschnittene "Große Krabbeln" vergrätzt worden.
Das Geheimnis von "Shrek" liegt in der Modernisierung altbekannter Märchen- und Fantasy-Mythen, die hier miteinander verkocht werden. Die Geschichte vom Oger, in dessen friedlichen Sumpf alle möglichen Märchenfiguren einfallen, weil sie verbannt worden sind, und der als Preis für seine Ruhe eine Prinzessin zum Mini-König bringen soll, verbrät dabei so einiges, was uns die Eltern damals auf der Bettkante erzählt haben.
Allerdings sind sich die Programmierer und Story-Autoren hier nicht zu schade, auch Figuren auftreten zu lassen, die in der Erzählung wenig zu suchen haben, aber trotzdem ein witziges Cameo abgeben, wie Pinocchio, die sieben Zwerge, der Pfefferkuchenmann oder Robin Hoods lustige Gesellen. Gut gewürzt wird das alles noch durch reichlich modernen (und sexuell zweideutigen) Witz, der so geschickt verpackt wurde, daß er Eltern vor Nachfragen der Kinder rettet. Beispiele dafür sind ein Kampf mit Rittern, der zu einem Wrestlingturnier ausartet oder ein "Matrix"-ähnlicher Fight im Wald. Andererseits gibt es auch wunderbare Szenen stiller Komik, wenn Shrek sich aus Ohrenschmalz eine Kerze zieht oder an anderer Stelle Oger und Prinzessin sich zärtlich beschenken mit einer aufgeblasenen Kröte und einer ebenso aufgepumpten und kunstvoll verknoteten Schlange, beide als Luftballons.
Die schmalzigen Szenen sind zum Glück recht kurz, wofür auch der von Eddie Murphy gesprochene Esel sorgt, der sämtlichen Kitsch meistens im Keim erstickt.
Was man nicht erwarten sollte, ist eine inhaltliche Revolution. "Shrek" ist ein Märchenkonglomerat und als solches hat der Film auch einen recht konventionellen Schluß bzw. Showdown, wenn auch die Schlußszenen wieder schrill geraten. Trotzdem ein kurzes und wunderschön humoriges Meisterstück der Animation. (8/10)