Relativ weit ab von konventionellen Disney-Kriterien präsentierte sich im Jahre 2001 Animationsfilm "Shrek - Der tollkühne Held" dem Publikum und landete damit einen ausgesprochen erfolgreichen Treffer. Im Genre Altbewährtes, das größtenteils doch leider als Kitsch und Klischee zu definieren ist, wird hier herrlichst durch den Kakao gezogen. Das fängt mit den Charakteren an und hört bei zahlreichen, um jeden Preis irgendwie in den Film gebrachten Cameos diverser etablierter Märchenfiguren auf. Der Held ist als großer, grüner Oger eine nicht unbedingt übliche Figur; noch weniger wohl sein anfangs ungewollter Begleiter - ein plappermäuliger Esel, dem - wen hätte man auch besser wählen können - Eddie Murphy seine Stimme lieh. Und selbst in der deutschen Fassung meistert seine gängige Synchronstimme den kleinen, äußerst gut aufgelegten Esel ganz vorzüglich.
So ziehen die beiden dann zunächst fort, um Prinzessin Fiona aus den Klauen eines Drachen zu befreien. Ihr gesamtes Abenteuer wurde dabei mit unzähligen Einfällen gespickt, bei denen es nun wohl nicht übertrieben wäre, wenn man behauptet, hier sei wirklich für Groß und Klein etwas dabei. Denn es werden nette Anspielungen auf einst erfolgreiche Hollywood-Blockbuster, ambiger Wortwitz oder freche Situationskomik (Shrek zieht sich für eine Kerze Schmalz aus dem Ohr) geboten. Mit munterer Stimmung und heiteren Einfällen, wie beispielsweise dem Einbringen originaler Wrestling-Manöver beim Aufenthalt auf Lord Farquaads Burg, kann dann auch weiterhin kaum etwas schief gehen. Lediglich die in der deutschen Fassung unscheinbar wirkende Synchronstimme Shreks, sowie das doch leicht kitschig überzuckerte Ende, was so ganz gegen den bisherigen Trend des Filmes strebt, trüben den Spaß ein wenig. Die Animationen sind schön farbenfroh, sehen mir persönlich allerdings etwas zu sehr nach Computerspiel-Ästhetik aus.
"Shrek" ist eine willkommene Abwechslung zum Disney-Einerlei. Der oftmals zweideutige Humor dürfte selbst das ältere Publikum verzücken und für die Kleinen ist der Unterhaltungsfaktor natürlich ebenfalls hoch angelegt. Ein wirklich ausgewogener Spaß für die ganze Familie - man darf auf den zweiten Streich gespannt sein... (8+/10)