Gesamtbesprechung (inkl. Final Break)
Ich hol dich da raus
Michael Scofield will seinen zu Unrecht zum Tode verurteilten Bruder aus dem Gefängnis holen, in dem er sich (mit Gebäudeplan auf den Körper tätowiert) selbst im gleichen Gefängnis einsperren lässt & die Flucht genau geplant hat. Nach dem Ausbruch heißt es die Unschuld zu beweisen, unterzutauchen, gegen Mitausbrecher zu bestehen & gegen eine übermächtige Company anzutreten. Die vier vollgepackten Staffeln von Prison Break klingen also nach weitaus mehr als einer reinen Ausbruchsserie. Richtig in Erinnerung blieben mir aber eigentlich nur Staffel 1 mit dem ursprünglichen Ausbruch & ein paar Schnipsel der brutalen Zeit in Sona, einem primitiven Gefängnis in Panama - das waren für mich definitiv die Höhepunkte der 83 Folgen, auch der Final Break blieb nicht übermässig hängen. Das spricht nicht unbedingt gegen die Heist-Serie, gerade weil es auch schon wieder ein paar Jahre her ist, seitdem die letzte Blu-ray im Player rotierte, aber unterstreicht sicher die Qualitätsschwankungen & die sich etwas verlaufende Story gegen Ende. Aber wenn sie gut war, dann richtig gut. Dann waren das adrenalintreibende Stunden & mit die spannendste Unterhaltung, die je es je im TV zu bestaunen gab.
Prison Break war ein Serienhit mit Ankündigung. Vom zeitlosen, vielversprechenden Ausbruchskonzept bis hin zu sympathischen Hollywood-Darstellern (auch Bad Guys), einem hochwertigen Look & sogar einem Nr.1-Hit in Deutschland als Titelsong - alles stimmte. Und wer guckt schon nicht gerne Heists, d.h. Ein- & Ausbrüche, deren Planung, Ausführung & Nachwehen. Serien mit dem Thema gab es früher zwar auch schon, so modern & effektiv wie in Prison Break wurde das Thema aber bis dato noch nie vorgetragen. Eigentlich seltsam, dass schon nach 4 Staffeln Schluss war, gerade bei der Fanbase, andererseits auch klug, da man merkte, dass man den Zenit runter rutscht. Immerhin wurde mit dem Spielfilm "Final Break" ein runder, trauriger Abschluss gefunden, der eine Neuauflage eigentlich unnötig macht. Aber heutzutage weiß man leider nie!
Ärgerlich sind natürlich ein paar Hänger in Staffel 2 & fast die komplette Staffel 4, die sich etwas zu sehr an "24" & Co. orientiert & eine Light-Version dessen darstellt, ebenso das oft etwas unübersichtliche Story-Geflecht. Aber insgesamt bleibt einem Prison Break als einer der TV-Höhepunkte der 00er Jahre in Erinnerung, mit dem man auch irgendwie groß geworden ist. Die Charakter sind sympathisch, abwechslungsreich, hassens- & liebenswert, selbst Sarah Wayne Callies als Love Interest ist noch lange nicht so nervig wie später in Walking Dead. Der Look ist cool, das Tempo hoch & die Spannung gerade in Staffel 1 oft unerträglich. Etwas mehr Härte, weg vom Teenie-Image, hätte nicht geschadet, aber da entschädigen einige Szenen in Sona für. Die mysteriöse Company ist ein guter Gegner, teilweise übermächtig & klischeebeladen, aber als Story-Treiber, Strippenzieher & Endgegner in Ordnung. Man verfolgt einfach gerne die Geschehnisse, auch wenn man mittlerweile Genies wie Scofield, House, Dexter oder Mike schon in allen möglichen Serien/Berufen erlebt hat & es sich etwas ähnlich anfühlt. Prison Break war aber vor den Genannten & sicher für jeden eine gelungene Teen-Erinnerung, aus einer Zeit, in der der Markt noch nicht mit mehr Top-Serien überschwemmt war, als man überhaupt sehen kann!
Fazit: spannend, cool, brüderlich. Eine der besten Serien aller Zeiten, die mit den Staffeln etwas an Schwung & Sinn verloren hat & nie ganz an den grandiosen Beginn anknüpfen konnte! (8,5 / 10)