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Mystery ist ein kleineres Dorf in Alaska, mit einem eigenen Eishockey-Team, das der größte Stolz der Stadt ist. Die Nachricht, dass nun, nach einem Bericht über das verschlafene Nest in einem Sportmagazin, die New York Rangers zu einem Spiel nach Alaska kommen sollen, schlägt folglich ein wie eine Bombe, zumal das Spiel live landesweit im Fernsehen zu sehen sein wird. Einige Dorfbewohner stellen sich der Austragung des Spiels jedoch vehement entgegen, da sie eine blamable Niederlage befürchten, wozu es die Mannschaft und der Trainer jedoch nicht kommen lassen wollen. Ein zweites Problem ist, dass nun, wo der Fokus der internationalen Presse auf Mystery ruht, einige interne Intrigen und Skandale breitgetreten werden, die den Ort in seinen Grundfesten erschüttern.

Oftmals sind Sportfilme relativ naiv und klischeehaft gestrickt und eher auf einen reibungslosen Ablauf, als auf echte charakterliche Tiefe, bzw. eine ausführliche Auseinandersetzung mit der jeweiligen Sportart aus, um familienfreundliches und damit kommerziell erfolgreiches Unterhaltungskino zu liefern und da macht "Mystery", bezeichnenderweise eine Disney-Produktion, keine Ausnahme, ist aber handwerklich so gut gemacht und wird sympathisch genug serviert, um viele Mängel kaschieren zu können.

So ist die Inszenierung von Jay Roach, der unter anderem die drei "Austin Powers"-Filme inszenierte, genauso, wie "Meine Braut, ihr Vater und ich", sowie das entsprechende Sequel, sehr gut gelungen. Die wenigen amüsanten Stellen, die Roach einbaut sind wirklich charmant, womit sie hervorragend in den rundum sympathischen Film passen, derbe Gags, oder eine höhere Dosierung hätten dem Film im Endeffekt nur geschadet. Das Erzähltempo hält Roach angenehm ruhig, ohne, dass der Film auf der Stelle dreht und damit kann man "Mystery - New York" definitiv angenehme und liebenswerte, familienfreundliche Eigenschaften attestieren. Das Eishockeyspiel, der Showdown, ist spannend inszeniert und macht auch optisch einiges her.

Die Story bietet, wie sowieso schon zu erwarten ist, primär sympathisch konstruierte Charaktere, die in diesem idyllischen, netten Mystery leben, Konflikte, die genauso gut aus einer Soap stammen könnten und ein versöhnliches Ende. Übel nehmen kann man dem Film dies aufgrund der guten Inszenierung kaum, zumal eine der angenehmsten Eigenschaften dieses Werkes ist, das es erst gar nicht versucht mehr zu sein als es ist und es bei diesen Stereotypen belässt und das beste aus ihnen herausholt, was im Rahmen des Möglichen liegt.

Russell Crowe, für den dies die letzte Rolle vor seinem endgültigen Durchbruch mit "Insider", "Gladiator", "Lebenszeichen" und "A Beautiful Mind" war, spielt seine Hauptrolle souverän und ist als liebenswürdiger Teamführer gut besetzt. Aber auch die Nebendarsteller wissen durchaus zu überzeugen, so leistet sich der Film keinerlei darstellerische Ausfälle, wobei vor allem Burt Reynolds in seiner Nebenrolle als Trainer der Mannschaft überaus positiv heraussticht.

Fazit:
"Mystery - New York" ist ein überaus sympathischer, liebenswerter und stellenweise amüsantere Sportfilm, der mit seiner versierten Inszenierung und seinem starken Cast trotz der stereotypen und kalkulierbaren Story bestens unterhält und sich das Prädikat "familienfreundlich" damit voll und ganz verdient hat.

65%

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