Review

Endlich mal wieder eine gelungene Mischung aus Arthaus und True Crime-Horror. Der Film basiert lose auf den Taten des amerikanischen Massenmörders Richard Speck, der nur ein Jahr zuvor acht Krankenschwestern in ihrem Wohnheim in Chicago umbrachte und sich an ihnen verging. 

In diesem Fall kreierte Pinku Eiga-Meister Koji Wakamatsu fast schon einen japanischen Vorläufer zu "Henry: Portrait of a Serial Killer", um dabei ein intensives Kammerspiel zu schaffen, in dem ein einzelner Irrer zur lebensgefährlichen Bedrohung für eine ganze Frauengruppe wird. Daher ist "Violated Angels" um einiges verstörender als die vielen etwas flachbrüstigen Schocker aus der damaligen Zeit, die nur mit graphischen Schauwerten wuchern, jedoch jeglichen Tiefgang vermissen lassen. 

In expressionistischen Bildern zeichnete Wakamatsu den Alleingang eines Psychopathen ab, um dabei die weitaus poetischere Variante im Gegensatz zu Henry zu bieten. Der Film ist fesselnd und keine Sekunde langweilig, wobei auch die relativ kurze Laufzeit von 56 Minuten ihr Wesentliches beiträgt. Obwohl sich "Violated Angels" in seiner Darstellung für einen japanischen Underground-Streifen eher zurückhält, hat der Film mehr Beklemmendes ansich als die Werke, in den Frauen ständig gefesselt und mit der Peitsche versohlt werden. Traum und Vision verschwimmen einmal mehr, genauso wie die Grenzen zwischen Albtraum und Realität, was dann auch in der bildlichen Umsetzung enstprechend künstlerisch illustriert wurde. 

Kurzum: Drama, Kammerspiel, Psychothriller, expressionistischer Arthaus - alles sehr zufriedenstellend umgesetzt. Definitiv empfehlenswert! 7 Punkte. 


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