Inhalt:
China in den ersten Jahren der Ming-Dynastie. Das Reich wird im Norden immer noch durch die mongolischen Yuan und von Süden her durch die Japaner bedroht.
Mit diesen Mächten im Bunde schmiedet der Premier-Minister Hu Wei Yung (Yee Yuen) ein Komplott, einen Umsturz des Kaisers (Got Heung-Ting) und seiner Dynastie...!
Als erstes räumt Hu Wei Yung seinen alten Rivalen um das Amt des Premiers, Liu Po Wen (Cho Kin), aus dem Weg. Er lässt diesen brutal vergiften!
Die Adoptiv-Tochter Liu Po Wen´s, die schöne Miss Liu Hsin Erh (Polly Shang Kuan), schwört dem Mörder ihres Adoptiv-Vaters blutige Rache...!
Da das Kaiser-Haus bedroht ist, hat Miss Liu starke Verbündete..., so General Lu Chi Ying (Chang Yi), dessen Sohn Lu Tung (Tien Peng), sowie den zur Regierung gehörenden Chang Tao-Yuen (Yuen Sam), den KungFu-Meister Shang Kuan Tung (Carter Wong), der mit seinen Schülern bereit steht..., und den Fürsten Yuan Chi (O Yau-Man)!
Doch auch Hu Wei Yung hat gute Kämpfer um sich..., Wei Wen Chin (Cliff Lok) und Liu Pao (Wong Fei-Lung) sind die Männer für´s Grobe. Sie kennen keine Gnade gegenüber jenen, die die Pläne des Premiers durchkreuzen wollen.
Die Yuan und die Japaner werden verständigt, sich bereit zu halten, um die Rebellion zu unterstützen.
Als denen, die die Rebellion vereiteln wollen, ein "Secret letter", der das Komplott nachweist, in die Hände fällt, wird es für Hu Wei Yung brenzlig.
Zwar kann Chang Tao Yuen gefangen genommen werden, doch können ihn die Patrioten befreien!
Dafür wird General Lu Chi Ying im Kampf getötet..., und es kommt zu weiteren Scharmützeln...!
Schließlich kommt es zwischen den beiden Parteien zur Schlacht, in die auch KungFu-Meister Shang Kuan Tung mit seinen Schülern eingreift.
Können die Patrioten das Kaiser-Haus retten und die Rebellion des Premiers Hu Wei Yung vereiteln......?
Fazit:
Bereits im Jahre 1975 drehte Regisseur Joseph Kuo für sein Studio "Hong Hwa International" diesen Carter&Polly-Eastern bevor er mit diesem Duo in den "Bronzemen"-Filmen den Durchbruch hin zum weltweiten Erfolg schaffte!
Dies ist ein bunter, ein relativ aufwändiger Action- und Abenteuer-Film, der durch seine bunt-gepflegten Sets, illustre Außen-Orte, eine einfache Story um ein aber groß angelegtes Komplott gegen das Kaiser-Haus der Ming, sowie durch einen sehr prominenten Cast besticht.
Mir liegt leider nur eine Cut-Version dieses Eastern vor..., und diese wirkt denn etwas umständlich in der Umsetzung dieser Geschichte..., einige Holprigkeiten sind da zu bemängeln.
So wie auch einige dieser unvermeidlichen Fliegereien..., und Tricks wie diese goldenen Pillen, die auch die tödlichsten Verletzungen bei Cliff Lok und Wong Fei-Lung sofort heilen..., na ja...
Sieht man mal darüber hinweg, erlebt man einen schön verfilmten, aufwändigen Eastern mit tollen Kostümen, teils rasantem KungFu und vor allem einem sehr starken Cast..., alles was "Hong Hwa International" hergab...., und auch später zum Stamm-Personal bei den "Bronzemen"-Filmen zählte, plus Chang Yi.
Insgesamt bietet die Storyline aber genug Spannung und Platz für etliche Fights, und dass die Figuren ihre Ziele und Motive noch entfalten können.
Spätere Streifen der Akteure vor und hinter der Kamera gefielen besser..., da ist man verwöhnt und gegenüber diesem Film hier wohl leider auch etwas voreingenommen.
Manches wirkt umständlich und hätte von der Regie runder in Szene gesetzt werden müssen. Joseph Kuo packt in der mir vorliegenden 91-Minuten-Fassung denn auch schon viel rein.
Auch den Kämpfen fehlt es anfangs etwas an Drive..., dazu die zunächst etwas flashige Geräuschkulisse.
Später werden die Fights besser..., als vor allem Carter Wong mit seinen Leuten eingreift. Und auch Polly verbessert sich, agiert fast so, wie wir sie später als eine der besten KungFu-Amazonen Asiens noch kennen lernen sollten.
Es kommt zur turbulenten Schlacht..., und schließlich zu den Duellen gegen die Schergen des obersten Villains. Insgesamt ganz passable KungFu-Action und agile Fights. Das war ganz okay... aber mit späteren Werken der Protagonisten nicht vergleichbar.
Besonders war hier das Finale. Die Action, ein Endkampf, ohne direkt ein Endfight zu sein. Dieser ist zwar im letzten Drittel des Streifens angesiedelt..., doch wird in den letzten Sequenzen, dann im Palast des Kaisers, erstaunlicher Weise dialogisiert.
Der Haupt-Villain kämpft nicht..., er muss sich vor dem Kaiser verbal verantworten.
Das war mal was anderes, als "Villain zu Tode geprügelt - The end - fertig". Aber ich hätte mir mehr Action gewünscht, gleichwohl die Regie den Film dadurch ja noch ins Ziel bekam.
Der Cast liest sich dafür süperb. Polly Shang Kuan spielt die Hauptrolle, ist das bildschöne Mädchen, was durch den Mord an ihrem Vater zur Kampf-Amazone wird. Wieder mit funkelnden Augen und viel an Selbstbehauptungswillen. Später perfektionierte Polly diesen Stil ja noch.
Carter Wong...., ist hier leider nur spärlich im Einsatz. Das ist schade..., er agiert diesmal als Sifu, und das hatte echt was. Warum aber nur so spärlich?
Tien Peng ist hier mehr der Partner Shang Kuan´s, aber kein Vergleich zu "18 bronzemen". Er macht seine Sache aber ganz solide.
Chang Yi hat hier mehr Ausstrahlung..., geht an die Villains ran!
Cliff Lok ist einer von diesen..., kommt böse gut rüber, und er fightet ja einen agilen Stil.
O Yau-Man ist hier mal nicht als glatzköpfiger Abt oder dergleichen im Kloster der Shaolin im Einsatz, sondern als weißhaariger Fürst, mal was ganz anderes, kaum wieder zu erkennen!
Schließlich Yee Yuen (der Ober-Böse aus "The 18 bronzeman")..., auch er wirkt anders, hat ein anderes Make-Up und eine andere, graue Frisur. Er wirkt als Villain überfordert..., buckelt gegenüber dem Kaiser mit Kotau. Und versucht etwas krampfhaft einen Umsturz anzuzetteln, als die Dinge nicht so laufen, wirkt seine Figur etwas hilflos.
Kong Nam als Sohn des Villain-Premiers, Kam Kong und Shaw Luo-Hui sind hier noch als Gaststars in kleinen Auftritten mit dabei.
Tja..., "The shaolin kids" ist ein bunter, aufwändiger, manchmal etwas umständlicher Eastern mit einigen guten KungFu-Szenen. Kann man sich durchaus als Fan der Materie und als "Polly&Carter"-Komplettist geben..., aber angesichts eines offenbar höheren Budgets und eines so prominenten Casts bleibt der Film etwas unter den Erwartungen.
Für knappe 6,5/10 Punkte reicht es dennoch...!