Das der Slasher eines der am billigsten zu produzierenden Genre ist, dürfte kaum eine Überraschung sein. Es ist halt nicht allzu teuer, wenn man ein paar unbekannte Teenie-Darsteller in das Messer eines Psychopathen treibt, da man Atmosphäre halt doch schon mit recht billigen Mitteln herstellen kann und auch Blut- und Gore-Effekte nicht mehr allzu sehr die Welt kosten. Logisch, dass da auch Amateur- und Indy-Filmer gerne zu diesen kostengünstigen Produkt greifen, um damit Kohle zu machen. Und dabei schafft es mancher sogar sich einen gewissen Namen zu machen. "Camp Blood" dürfte zum Beispiel jeden Slasher-Freak irgendwo ein Begriff sein, genauso wie sein Nachfolger. Und auch "Camp Slaughter" aka "Camp Daze" hat in Amerika schon einen gewissen Status erlangt, u.a. als Gewinner von zwei amerikanischen Indy-Film-Awards und beim Magazin "The Meatgrinder" heißt es sogar "The Slasher Film of the new Millenium"! Doch ist dieses Produkt wirklich so gut? Nach meiner Ansicht nach sicher nicht, auch wenn man den Machern eine gewisse Innovation nicht absprechen kann.
Denn in Sachen Story haben man sich die Schreiberlinge sogar mal richtig Gedanken gemacht und haben dabei in diesem Punkt durchaus mehr zu bieten, als so mancher Hochglanz-Slasher aus Hollywood. Denn "Camp Slaughter" könnte man auch als "Friday the 13th meets Groundhog Day" bezeichnen. Es geht um ein paar Teenies, die sich, durch einen merkwürdigen Vorfall, plötzlich im Jahr 1981 wiederfinden und dort ins berühmte Camp Hiawatha kommen, welches von einem Fluch belastet ist. Denn die dort ansässigen Teenies werden Abend für Abend aufs neue, von einem brutalen Serienkiller, ermordet. Seit über 24 Jahren erleben sie nun schon jeden Abend das gleiche brutale Martyrium, welches nur gestoppt werden kann, wenn sie den wahren Täter entlarven. Da sie dies allerdings nicht alleine schaffen, bitten sie die Teens aus der Zukunft ihnen zu helfen. Doch auch diese stehen nun auf der Liste des Mörders... Sicher, Tiefgang, Logik, Sinn und Verstand sind in dem ganzen Treiben nicht auszumachen, doch die Idee mit der Zeitschleife, in der einige Teenager Tag für Tag aufs neue ermordet werden, die hat schon etwas. Vor allem ist es mal etwas anderes, als das stetig gleiche Schema, was man nun schon aus dem X-ten Slasherfilm zu gut kennt. Man wollte mal etwas bieten, was es im Genre noch nicht gegeben hat und das ist, ohne Frage, gelungen.
Leider krankt es aber am ganzen Drumherum. Gut, von einem Amateur-Produkt sollte man vielleicht nicht allzu viel erwarten, doch bei einem Produkt, dass schon einige Preise gewonnen hat und auf Indy-Filmfesten gefeiert wird, kann man eigentlich schon erwarten, dass es auch bei seiner Inszenierung einigermaßen funktioniert. Leider ist dem aber nicht so. Ein gewisses Aufbauen von Atmosphäre ist zum Beispiel überhaupt nicht auszumachen. Nicht nur das die Kameraarbeit weitgehendst verwackelt und unscharf ist, so ist das Einfangen des dunklen Waldes und des angeblich gruselig wirkenden Camps nur unzureichend gelungen. Alles wirkt bemüht aber unvollendet und erwirkt beim Zuschauer eher Augenschmerzen, durch schlechte Beleuchtung und miese Kameraführung. Zudem ist auch der Score viel zu stümperhaft ausgefallen und wurde alles in allem auch sehr schlecht zusammengeklaut. Und das sich das Ganze am Ende auch noch viel zu Ernst nimmt, schmälert den Unterhaltungsgrad ebenfalls gewaltig.
Des weiteren kann sich auch eine gewisse Spannung über lange Zeit nicht wirklich breit machen. Die ersten 50 Minuten ziehen sich doch ziemlich lahm dahin und die bis dahin eingestreuten Morde sind meist auch nicht wirklich spektakulär. Erst als die Future-Kids entgültig merken, dass sie anscheinend in der Vergangenheit festsitzen, kommt langsam etwas Spannung auf und die Frage nach dem Täter nimmt Gestalt an. Dafür wird dann aber wieder an Erklärungen gespart und der Zuschauer kriegt kaum erklärt, wie die Zeitschleife eigentlich zu Stande gekommen ist, noch was der Hintergrund dafür sein mag. Und das ist dann unterm Strich halt doch etwas zu wenig.
Lob gibt es dafür wieder für die zahlreichen Zitate an große bekannte Slasherklassiker, allen voran natürlich "Freitag der 13.", der bereits mit der Anfangssequenz an eine Verbeugung der Macher gelangt. Danach gibt es auch allerhand Morde im Friday-Stil zu betrachten, man denke zum Beispiel an die Schlinge um den Baum, mit der im fünften Friday-Part einem Kerl die Augen regelrecht zerdrückt werden. Dieser Mord wurde in ähnlicher Form übernommen, wenn er hier auch nicht ganz so blutig, wenn auch genauso mörderisch, ausgefallen ist.
An Blut wird aber alles in allem dennoch nicht gespart und die Splatterfans kriegen ihre Befriedigung unter anderem in einer mega-harten Traumsequenz von einem der Teenies, in der gleich mal eine ganze Theater-Gruppe aufs brutalste niedergemelzelt wird. Des weiteren gibt es auch noch einiges an Blut und Gedärm im Finale zu betrachten, was von den SFX-Machern sogar richtig gut und auf schöne Old-School-Art inszeniert wurde und somit wohl die Preise und Jubelsprünge auf den diversen Festivals erklärt. Somit dürften zumindest die Splatter-Spezis ihren Spaß daran haben.
Gar fürchterlich wird es allerdings noch einmal bei den Darstellern. Allesamt machen sie dem Amateur-Genre hier wirklich alle Ehre, in dem einer stümperhafter und talentloser agiert als der Andere. Es ist regelrecht ein Wunder, das so mancher von ihnen anscheinend dennoch eine längere Karriere im Filmbusiness plant, so ist z. Bsp. Darsteller Jon Fleming schon einmal bei "Will & Grace" aufgetreten und auch bei den "Desperate Housewives" schon kurz zu sehen gewesen. Hoffen wir mal, dass er und all die anderen, die länger im Business bleiben wollen als in diesem Film, sich dort auch etwas mehr anstrengen als hier. Denn das was hier jeder einzelne ablegt ist wirklich unter aller Kanone.
Fazit: Alles in allem bleibt somit ein knapp unterdurchschnittliches Teenie-Horror-Amateur-Filmchen übrig, dass seine Stärken vor allem in der ungewöhnlichen Idee hat, das Slasher-Genre mit dem Zeitschleifen-Genre zu verknüpfen, den zahlreichen Zitaten und Verbeugungen vor der "Freitag der 13"-Reihe, sowie seinem, aus der Zeitschleife resultierenden, hohen Bodycount und dem dazugehörigen Splatter und Gekröse. Ansonsten aber reibt man sich als Zuschauer eher die Augen vor den wirklich mies abgefilmten Bildern, der fehlenden Atmosphäre, dem zu spät eintretenden Spannungsbogen, sowie vor dem talentfreien Bündel Darsteller, die eigentlich nichts vor der Kamera zu suchen haben. Slasher-Freaks sollten aufgrund der ungewöhnlichen Idee zwar trotzdem mal reinschauen, doch der Eindruck, das man aus einer gelungenen Innovation hier wirklich kaum etwas gemacht hat, bleibt leider auch über den Schluss hinaus negativ haften. Schade eigentlich!
Wertung: 4/10 Punkte