Review

Da ist der reißerische Titel mal wieder werbeträchtig gewählt worden: Erwartet der Zuschauer doch ein actiongeladenes Endzeitszenario, wird hier mit christlich-missionarischem Müll nur so um sich geworfen. Und wenn man mit der „Left behind“ Reihe nicht vertraut ist, sollte man eh die Finger davon lassen, weil viele Gegebenheiten ohne jegliche Erklärung auf den Zuschauer einprasseln. Was für ein Wirrwarr!
Schade um Louis Gosset Jr...

Was man alles so hinnehmen muss: US-Präsident Fitzhugh (Gosset Jr.) hat erkannt, dass der gemeine Nicolae der Anti-Christ ist, der nicht nur über telepathische Kräfte verfügt, sondern auch schlimme Seuchen herbeiführt und Amerika im dritten Weltkrieg bombardieren will.
Allgemein werden Christen verfolgt, so dass diese sich im Untergrund aufhalten, doch ihr starker Glaube ist die einzige Rettung für die Existenz der Menschheit, welche der amerikanische Präsident aufopferungsvoll herbeiführen will.

Nee, Leute, so was kann ich echt nicht ernst nehmen. Das Ganze wirkt wie ein Teil einer umfassenden Serie (worauf die literarischen Vorlagen ja auch hinweisen), doch der Film ist für sich stehend vollkommen konfus und unausgegoren.
Selbst, wenn in den ersten Minuten noch die eskortierenden Wagen des Präsidenten explodieren, danach ist es aus mit der Action. Stattdessen werden Figuren vorgestellt, die man zunächst keinem Lager zuordnen kann, immer wieder bibelbezogenes Gelaber und im Mittelpunkt ein Präsident, der zum kleinen James Bond mutiert. Immerhin spielt Gosset gewohnt gut, so dass nicht gleich alles anwidert.

Immer wieder stehen Metaphern und Allegorien aus der Bibel im Vordergrund: Die Seuche, die letztlich durch Rotwein (!) bekämpft wird und der Anti-Christ mit seiner unangreifbaren Macht. Und zum Schluss siegt natürlich der christliche Glaube, ein Wunder, dass der amerikanische Präsident ein Schwarzer ist, denn die Asiaten haben sich ja klischeemäßig mit dem Bösewicht geeinigt…

Viel Gerede, fast keine Action, ein immerhin fast menschlich agierender Präsident und viele Dinge, die ein unbedarfter Zuschauer nicht zuordnen kann.
Wäre als Folge einer Serie okay, aber als eigenständiger Film in Spielfilmlänge fast vollkommen unbrauchbar.
Das hat mich nicht angesprochen, sondern gelangweilt, teilweise sogar geärgert, denn der moralinsaure Zeigefinger hat bei mir soeben den Wunsch nach einem Fulci-Film herbeigeführt.
Actionfreunde sollten einen großen Bogen um diesen Film machen!
2 von 10 Punkten

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