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Ist es ein Experiment, eine Parodie oder am Ende doch ernst gemeint ?

Point Blank - Over and Out ist ein seltsamer Film. Einerseits das wohl menschenverachtenste Stück Film das je im B-Movie Sektor auftauchte, andererseits so holperig und schlecht gemacht daß man sich fragt ob es nicht eine Studentenarbeit sein könnte. Die Story ist fast nicht vorhanden und wenn dann wurde sie aus Dutzenden anderen Filmen zusammengeklaubt. Die Grundidee des Endes wurde sogar aus Bessons Kracher " Der Profi " 1:1 übernommen. Ansonsten präsentiert sich uns ein mehr als angestaubtes " Die Hard " Ripoff bei dem man sich nicht mal die Mühe machte das Verhalten der Terroristen grundlegend zu differenzieren, doch dazu später mehr. Warum die geflohenen Sträflinge sich in einem Einkaufszentrum verschanzen ist mir mehr als schleierhaft, genauso wie die Tatsache warum es so einfach ist sie zu befreien.

Ganz schlimme Drogen muß der Drehbuchautor aber eingeworfen haben als es um die Charakterzeichnung ging. Besonders Danny Trejos Part schießt da sprichwörtlich übers Ziel hinaus : Locker-flockig und wahllos (und natürlich in Zeitlupe) werden da Unschuldige über den Haufen geballert und mit zynischen Sprüchen kommentiert. Also ob das noch nicht genug wäre, wird auch noch munter drauflos gevögelt, am liebsten mit mächtig viel Schnee in der Nase. Daß Trejo ja gerne Figuren verkörpert die ziemlich kaputt sind ist ja nichts neues, nur tut er dies meistens mit *etwas* Ironie, bzw. wurden diese Figuren meistens ziemlich comichaft und damit realitätsfern in Szene gesetzt, hier aber spielt er seinen Part absolut todernst, ohne Sarkasmus, ohne Augenzwinkern, sondern so als würde es ihm tatsächlich Freude bereiten. Und wenn er dann am Ende halbnackt, mit fettem Einschussloch, Farbbesudelt und mit 2 Knarren dümmlich rumgrinsend durchs Einkaufszentrum turnt, fragt man sich doch wie es um seine mentale Gesundheit steht. Den Rest kann man getrost vergessen. Was aber auffällt : Mickey Rourke sieht verdammt runtergekommen aus und brauchte wohl wie so oft das Geld. Die andern Baddies spielen fast keine Rolle denn sie stellen sich mehr als nur dämlich an und scheinen nur darauf zu warten von Rourke ausgeschaltet zu werden. Um es Rourke dann auch einfacher zu machen tragen die unwichtigen Baddies allesammt Skimasken und stellen sich gerne mal ins Sperrfeuer.

Kommen wir also zum wesentlichen Teil eines B-Actioners : Der Action natürlich. Aber auch hier muß ich feststellen daß der Film überhaupt nicht funktioniert. Action ist nämlich bis auf einige bluttriefende Shootouts und ultrakurzen Kloppereien so gut wie gar nicht vorhanden, und wenn, dann so miserabel inszeniert daß keine Freude aufkommen will. Die Optik geht zwar in Ordnung, allerdings sind die Schnittfolgen so wirr daß man sogar in Zweikämpfen die Übersicht verliert (Tolle Leistung, lieber Cutter !). Dazu kommt ein nie enden wollender Einsatz von Zeitlupe, der den Film wohl einfach nur strecken soll. Ganz schlimm wird es dann wenn diese Zeitlupensequenzen auch noch mit flotter Hardrockmusik unterlegt werden. Das passt erstens überhaupt nicht und nimmt sämtlichen Szenen komplett den Drive.

Fazit : Ich weiß beim besten Willen nicht was uns der Regisseur mit diesem " Werk " sagen wollte oder an wen er es richten wollte. Actionfans finden hier keine Action und jeder andere wird wohl nach der Erstürmung des Einkaufszentrums und zahllosen blutigen Erschießungen Unschuldiger die Kassette wieder aus dem Recorder genommen haben. Dazu nicht existente Story, lächerlichste Dialoge und unpassende Musik, kurz : Hier stimmt einfach nichts, unterste Kanone!

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