Jackson, Mississippi, 12.6.1963: Ku-Klux-Klan Mitglied Byron De La Beckwith erschießt den schwarzen Bürgerrechtler Medgar Evers rücklings vor dessen Haus. Er stirbt in den Armen seiner Frau. Im Gerichtssaal wird Beckwith vom Gouverneur per Handschlag begrüßt. Die Jury, bestehend aus zwölf weißen Männern, erreicht keinen Urteilsspruch. Der Revisionsprozess endet ebenso - Beckwith wird freigesprochen. Oktober 1989: Nachdem Hinweise aufgetaucht sind, dass die Geschworenen beeinflusst wurden, wird der Fall Evers neu aufgerollt. Staatsanwalt Bobby DeLaughter leitet die Untersuchungen. Fünf Jahre arbeitet er, um das Vertrauen der Witwe zu gewinnen, Zeugen zu finden, aussagefähiges Beweismaterial zusammenzutragen.
Das Attentat ist sicher ein recht spannender Gerichtskrimi, aber die Figuren sind schon ein wenig dick aufgetragen. Basieren tut der Film ja wie üblich auf einer wahren Geschichte, die Darstellerreihen sind prominent besetzt und auch handwerklich ist alles solide, was Rob Reiner da auffährt. Nur die Charaktere wirken eben so, als wären sie als Kind in einen Kessel voller Klischees gefallen.
Da haben wir den Vorzeige Rassisten des Ku Klux Klans, der mit seiner arroganten Hochnäsigkeit direkt aus dem Racists`R´us Musterkatalog entnommen scheint. Das krasse Gegenstück dazu ist dann der aufopfernde Staatsanwalt Bobby, dem das Gutmenschentum geradezu aus seinem schicken Anzug rauswächst und der bei der Witwe mit seinem ständigen "Ich verspreche, das ich sie jeden Freitag anrufe" schon beinahe anbiederungswillig um Verzeihung hechelt.
Ansonsten bietet das Attentat aber solide Unterhaltung, den klassischen Themen zwischen Gerichtsdrama, Krimi und Thriller und natürlich zuguterletzt die kleine Prise Gerechtigkeit, wenn der hochnäsige Täter seine Strafe bekommt.
6/10