15 Jahre mußten vergehen, bis J.J.Gittes alias Jack Nicholson zurückkehrte, die langersehnte Fortsetzung zu "Chinatown". Im Film sind 10 Jahre und ein Weltkrieg dahingesickert und wieder geht es um das Land, das einmal den Mulwrays gehörte. Nur ist es diesmal kein Wasserskandal, sondern Öl, um daß es geht. Zumindest könnte man das denken.
Man kann förmlich spüren, wie sehr Drehbuchautor Robert Towne darum bemüht war, nicht bloß eine Variante von "Chinatown" zu zaubern und dennoch den alten Stil beibehalten wollte. Folglich sind denn auch die Exposition rund um einen Mord aus Eifersucht und Leidenschaft die stärksten des ganzen Films. Sobald jedoch der Name Kathryn Mulwray wieder ins Spiel kommt und die Parallelen beginnen, beginnt der Film zu versacken.
War bis dato Nicholsons Gittes nur etwas feister und direkter gewesen, so gerät der Film von da an zu einer Psycho-Studie eines Besessenen zwischen Schuld und Sühne. Zunächst scheint wieder eine große Verschwörung dahinter zu stecken, doch später konzentriert sich der Film zusehends auf die Verwicklungen der in den Motelmord verwickelten Ehepaare und den Fanatismus von Gittes.
Tatsächlich wurde das Skript ewig lange umgeschrieben und Townes Hand zu intelligenten Dialogen, aber seine Schwächen mit stringenter interessanter Handlungsentwicklung kommen hier stark zum Tragen. Nicholson kann kein Vorwurf gemacht werden, der hat das Beste aus dem Skript optisch herausgefiltert, auch wenn seine eigene Figur dermaßen dominant ist, daß man schon von Egotrip sprechen kann.
Wer also auf knisternde Verwicklungen steht, der darf auch hier wieder flott miträtseln. Schade nur, daß das großartig entworfene Puzzle um Öl, Erdgas und Betrug auf den letzten Metern hinter der Decouvrierung der neuen Identität der Mulwray (und der Sicherung ihrer Existenz) von einer Sekunde auf die andere fallen gelassen wird. "The Two Jakes" hat wirklich und wahrhaftig kein Ende, sondern ist plötzlich einfach zu Ende, ohne die roten Fäden zuende gesponnen zu haben.
Das ist um so erbärmlicher, als der Film einen gewissen anachronistischen Charme einfangen kann, den es heutzutage kaum noch im Kino gibt. (5/10)