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Für den liebenswürdigen Matthias Morteval rückt das Lebensende immer näher. Der reiche alte Mann ruft seine Familie zusammen, denn er braucht einen Erben. Doch er hinterlässt nicht nur seinen enormen Reichtum, sondern auch ein schreckliches Vermächtnis... Als dann einer nach dem anderen ermordet wird, stellt sich die Frage, ob es sich um den eiskalten Versuch handelt, die Miterben zu beseitigen, oder ob gar der alte Mann selbst dahintersteckt, um sich von einer Schande zu befreien. Zu den schauerlichen Klängen der Orgel kommt es für die Erben zum "Tanz des Todes".

Hach ja, Karloffs Viva Mexiko Quartett an Billigstreifen gibt es nicht nur in schicker Metallbox zu kaufen, sondern ist auch visuell ein steter Quell an Wonne und Freude. Hier steigen wir auch gleich mit purer Dynamik ein. 19. Jahrhundert, eine Mordserie hält die Polizei in Atem, den Opfern werden die Augen entfernt, ein Mysterium aus verschiedensprachigen Schriftstücken die niemand entziffern kann, Zigeunerfamilien tragen Blutrache untereinander aus die lokalen Cops sind ratlos, hier geht ja voll der Punk ab. Wer jetzt allerdings eine spannenden Giallo erwartet, liegt leider falsch. Diese Szene wird nicht fortgesetzt, niemand wird je wieder darauf zurück kommen und mit der restlichen Handlung hat das Ganze weniger zu tun, als Boris Karloff damals mit einem körperlich gesunden Menschen. Was das soll, niemand weiß es. Mexikanische Filmemacher sind wohl ein wenig anders gepolt, als normale Menschen.
Nachdem wir so erfolgreich mehrere der ohnehin nur knapp 80 Minuten sinnlos totgeschlagen haben, schauen wir doch mal beim alten Matthias in seinem Schloß vorbei (ohne auch nur ein bitzelchen davon zu zeigen, keine Außenaufnahmen und im Inneren spielt man vor schwarzen Vorhängen, Jack Hill oh du Meister im erzeugen unheimlicher Atmosphäre). Dort versammelt er seine gierigen Erben, immerhin ganze vier Stück, um sein Vermächtnis aufzuteilen. Laßt mal schauen, ein fetter Bänker, eine schmierige Gestalt die sein Vater am Totenbett verflucht hat, eine mittelalte Lady die wohl ihren letzten Ehemann unter die Erde brachte und natürlich das naive Liebchen nebst Verlobten, der die kindliche Reinheit aus jeder Pore quillt, wer könnte da bloß der Held/Heldin werden? Jack Hill, oh du Godfather subtiler Charakterzeichnungen.
Wir haben damit im Prinzip das herrlichste Agatha Christie Szenario, ein paar habgierige Lappen die sich gegenseitig abmurksen, den orgelspielenden Erblasser, den ominösen Doktor, aber viel fällt den Machern zu dieser 1A Grusel-Steilvorlage nicht ein. Stattdessen hampeln die Laiendarsteller durch billige Sets und lassen sich von der umfangreichen Puppensammlung des, aus ihrer Sicht, hoffentlich bald abnippelnden Kotelettenopas erschrecken.
Trotz all der angehäuften Idiotie, gefiel mit der Film aber sogar noch am besten aus der 4-Filme-Karloff-Box. Murder Mystery macht zumindest immerhin beim mitraten ein wenig Fun. Wen erwischt es als nächsten, wer ist der Täter und wieso bricht der Film mitten im Finale ruppig ab (Jack Hill, oh du Talentspürnase beim Casting der Cutter). Die Auflösung ist zwar recht einfach, hält aber zumindest das Interesse wach. Klar könnte man aus dem Thema wesentlich mehr rausholen, aber mit einem Budget von einer Kiste Tequila ist halt nicht mehr drin.
4/10

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