"Die Ehre der Prizzis" ist der vorletzte Film von Regisseur John Huston (Moby Dick), der sich allerdings nicht richtig zwischen Drama und Komödie entscheiden kann. Um ein wirklich guter Streifen zu sein, fehlt dem Film zudem noch einiges, auch wenn sämtliche Darsteller eine gelungene Performance abgeben.
Charley Partanna (Jack Nicholson) geht für die Ehre der New Yorker Mafiafamilie Prizzi über Leichen. Langsam kommt der Killer in die Jahre und denkt über die Ehe nach. Er verliebt sich in die selbstbewusste Steuerberaterin Irene Walker (Kathleen Turner), die er bald darauf heiratet. Doch bei der Dame trügt der Schein. In Wahrheit ist sie ebenfalls eine Killerin. Als bei einem gemeinsamen Job sie die Frau des Polizeichefs tötet, fordert Don Prizzi (William Hickey) von Charley Irenes Kopf, damit es nicht zu fataleren Problemen mit der Polizei kommt. Nun ist Charley gezwungen sich zwischen seiner Frau und dem Clan zu entscheiden...
Zwar nicht unbedingt oscarverdächtig, aber dennoch über dem Durchschnitt agiert hier Jack Nicholson (Shining) als verliebter Profi-Killer. Auch Kathleen Turner (Undercover Blues) bringt ihren Part solide rüber. Warum Anjelica Huston (Phoenix) jedoch für ihre Nebenrolle den Oscar erhalten hat, ist mir ein Rätsel. Vermutlich hatte da Vater John bei der Jury nachgeholfen. Hervorstechen tut ihr Part aus dem Cast nämlich nicht. In Ordnung gehen auch William Hickey (Sea of Love) als Mafiaoberhaupt sowie Robert Loggia (Scarface), John Randolph (Serpico) und Lee Richardson (Die Fliege 2) in ihren Rollen.
Nun hat "Die Ehre der Prizzis" das Problem, dass der Film sich nicht zwischen Drama und Komödie richtig entscheiden kann. Weder ist er wirklich lustig, noch zutiefst dramatisch. Dennoch macht der Film Spaß, was vor allem an den Darstellern liegt. So lebt der Film von seinen Figuren und nur sekundär von der Handlung. Mafia-Flair kommt auch einigermaßen auf und im Hintergrund kommt oftmals Italo-Gedudel zum Einsatz, was die Atmosphäre noch abrundet. Was die Action betrifft, so hat man hier gespart, damit die Darsteller ihre Figuren voll ausleben können, und nicht durch Effekthascherei überschattet werden. Somit fällt der Film auch kaum brutal aus, sondern enthält lediglich zwei halbblutige Szenen (Kopfschuss; Messer im Hals). Zudem beinhaltet der Film ein eher unerwartetes Ende und endet nicht wie ähnliche gelagerte Filme a'la "Mr. & Mrs. Smith". Das würde auch nicht zu dem tragisch angehauchten Ton von "Die Ehre der Prizzis" passen.
Unterm Strich bleibt "Die Ehre der Prizzis" eine unterhaltsame Mafia-Satire, die allein durch Darsteller und Atmosphäre zu voller Geltung kommt. Es fehlt eben der entsprechende Funke, damit es zu einem Top-Film reicht.