Rumänien im 18. Jahrhundert: Die hübsche Rayne (Kristanna Loken) ist das Highlight einer kleinen Freakshow. Ihr werden Wunden zugefügt, daraufhin trinkt sie Blut und ihre Wunden schliessen sich postwendend: sie ist halb Mensch, halb Vampir. Getrieben von einer blinden Wut macht sie sich auf den Weg, Rache an ihrem Vater Kagan (Ben Kingsley) zu nehmen, der ihre Mutter vergewaltigt und ermordet hat. Gemeinsam mit den zwei Vampirjägern Sebastian (Matt Davis) und Vladimir (Michael Madsen) geht sie auf die Suche nach ihrem Vater, dem Oberhaupt der Vampire…
Nach "House of the Dead" kam "Alone in the Dark" und nun reibt uns Dr. Uwe Boll mit "BloodRayne" die nächste Videospielverfilmung unter die Nase. Und es wird wohl in diesem Stile weitergehen, ob man will oder nicht, Boll hat sich dieser Sparte verschrieben und hält daran fest. Trotz heftiger Proteste seitens der Fans, die in Boll so was wie den Antichristen des Game/Film-Universums sehen, der böswillig aus ihren geliebten Spielen, Müll auf Zelluloid fabriziert!
Was meine Person angeht, hab ich mir damals "House of the Dead" angesehen...ohne grossen Erwartungen, zu Recht, denn der Film war, um es auf den Punkt zu bringen, scheisse!
"Alone in the Dark" hab ich mir dann erspart, da man aus verschiedenen Richtungen gewarnt wurde, dieser sei noch schlimmer als "House of the Dead" und ich mir dies kein weiteres Mal antun wollte. So waren meine Gefühle gemischt als "BloodRayne" beim letzten Splatterday Night Fever als „Weltpremiere“ angekündigt wurde, denn eigentlich ist so ne Weltpremiere doch was schönes aber bei einem Boll-Werk!?
Ich liess mich also auf den Film ein und wollte ihn so objektiv wie möglich betrachten, was mir vielleicht auch leichter fiel als anderen, denn das Videospiel ist mir zwar vom Namen her bekannt aber mehr auch nicht!
Auffallend sind natürlich zuerst mal die ganzen Namen der Stars, unglaublich wen Boll für seinen Vampirfilm alles an Bord holen konnte: Kristanna Loken, Michelle Rodriguez, Michael Madsen, Matt Davis, Udo Kier, Geraldine Chaplin, Billy Zane, Meat Loaf und natürlich „Sir“ Ben Kingsley. Leider sind die meisten aber nur in kürzeren Rollen zu sehen, zudem wirkt ein Michael Madsen irgendwie fehlbesetzt, man siehts ihm quasi an, wie unwohl er sich in diesen mittelalterlichen Klamotten fühlt! Die Kostüme wirken allgemein etwas merkwürdig, wie z.B. die Hose welche Rayne tragen muss! Kristanna Loken kann den Mund aber schön weit aufmachen und gefällt mir als rachsüchtiger Mischling ganz gut, auch an ihre roten Haare kann man sich gewöhnen, obwohl sie mir als Blondine besser gefällt! Eine obligatorische Sexszene ist auch enthalten und lässt den Zuschauer wissen wie es bei der ehemaligen Miss T-X unterm Shirt aussieht! Danke Uwe! Natürlich ist aber Ben Kingsley einmal mehr das hellste Sternchen und weiss wie er den Vampir-Bösewicht am gemeinsten rüber bringen kann!
Das der Film nicht billig war, ist offensichtlich, eine 20Mio.-Produktion hiess es und das ist durchaus glaubhaft. Die Kulisse wirkt eigentlich ganz gelungen, teils aber zu künstlich, viel zu künstlich, so sauber war es damals sicher nicht aber ich finde diese Form der Darstellung nicht unbedingt störend!
Der Film ist relativ rasant und kurzweilig, die Zeit verging ziemlich schnell. Die Story ist zwar nicht der Hammer und weist auch ein paar Lücken auf aber das ist bei anderen Filmen dieses Genres auch nicht anders! An den Effekten hat kein geringerer als Olaf Ittenbach gebastelt, schade nur, dass trotzdem viele der blutigen Szenen über den Rechner entstanden sind, mehr Handarbeit diesbezüglich wäre wünschenswert gewesen und hätte zusätzlich mehr zum mittelalterlichen Charakter beigesteuert aber so wird das Künstliche noch deutlicher! Trotzdem hat der Film eine gewisse Härte, die natürlich nie an einen reinen Ittenbach-Film herankommt aber mit anderen Vampir-Filmen gut und gerne mithalten kann.
Boll versucht krampfthaft grosses Kino zu machen, diese Verkrampfung und sein mangelndes Talent sind wohl seine grössten Probleme aber das ihm dafür ein immer grösser werdendes Budget zur Verfügung steht und auch die Stars nicht abgeneigt zu sein scheinen, ist schon beachtenswert! Vielleicht sollte er sich mal nur als Produzent üben und den Regiestuhl jemand anderem überlassen.
Fazit: Eine Steigerung zu House of the Dead ist klar ersichtlich. Wer Vampirfilme mag sollte sich "BloodRayne" mal ansehen, die Videospiel-Fans sollten dies „vielleicht“ auch tun. Viele Stars, ein bisschen Blut und eine durchschnittliche Story können für Unterhaltung sorgen. Ein Boll-Film den man sich durchaus mal ansehen kann!
6,5/10