Review

Uwe Bolls neues Werk "Bloodrayne" erreicht in Kürze die Lichtspielhäuser der Welt und wie immer bei Boll eilt ein Schrei der Entrüstung dem Film voraus.
Eins gleich vorweg: Ich bin keiner der Leute die Uwe Boll einfach nur hassen weil er Boll heißt oder aus ähnlich verrückten Gründen. Für mich ist es gelinde gesagt eine Frechheit wie vor allem die Amerikaner mit ihm umgehen, denn manche scheinen zu vergessen was für Filmschund übelster Sorte und vor allem wieviel davon aus allen Ländern der Welt auf Medienträger gelangen. Damit will ich nicht sagen Boll wäre ein begnadeter Regisseur, aber er tut genau das was er sagt, Unterhaltungsfilme machen.
War House of the Dead ohne Frage noch wirklich schlecht, konnte man bei Alone in the Dark aber schon deutliche Verbesserungen erkennen.
Mit Bloodrayne kommt Bolls erster wirklich mit Stars (A und B - Stars) gespickter Film ins Kino, der mit 20 Millionen Dollar auch ein ordentliches Budget zur Verfügung hatte. Immerhin geben sich hier Kristanna Loken (T3), Michael Madsen (Kill Bill), Michelle Rodriguez (Resident Evil, Swat), Matthew Davis (Pearl Harbor) und Billy Zane (Titanic) die Ehre. Dazu kommt noch Oscarpreisträger Ben Kingsley als sinsistrer Vampirlord Kagan.
Inhalt: Eben jener Kagan, ein Vampirkönig im Rumänien des 18. Jahrhunderts, hat bei der Vielzahl seiner Untaten auch eine Frau vergewaltigt. Diese gebar daraufhin eine Tochter, halb Mensch und halb Vampir mit Fähigkeiten beider Spezies(Blade lässt grüßen). Aufgrund ihrer Fähigkeiten dient sie als Ausstellungsobjekt auf Jahrmärkten, wo ihre Fähigkeit zur Wundheliung demonstriert werden. Am Leben gehalten wird die Kleine nur vom Wunsch nach Rache und als junge Frau macht sie sich als Bloodrayne auf die Suche nach eben dieser. Begleitet von den Vampirjägern Sebastian und Vladimir versucht sie Kagan zu vernichten. Doch der ist natürlich nicht umsonst Vampirlord und hält einige Überraschungen parat.
Kritik: Um es gleich zu sagen, Bloodrayne ist erneut eine regietechnische Steigerung zu Alone in the Dark, wenn auch noch kein richtig guter Film. Dazu bleiben Story und Inszenierung etwas zu trivial und vorhersehbar.
Das Drehbuch leidet unter den üblichen Problemen bei Spieleumsetzungen und hält sich leider strikt an die gängigen Handlungsmuster. Es fehlt im Endeffekt jede Überraschung, da natürlich auch die Fallen Kagans und der Verrat einer Person im Endeffekt für genreerfahrene Zuschauer leicht zu erkennen sind. Die große storytechnische Ausnahme bei einer Spielumsetzung soll Silent Hill sein, aber warten wir es ab.
Bolls Inszenierung ist von den Drehbuchschwächen abgesehen, immer noch etwas zu kantig. Der Erzählrythmus ist zwar deutlich flüssiger als bei den genannten Vorgängern und es sind auch einige wirklich gelungene Szenen dabei aber andererseits sind Handlungs- und Szenenübergänge wieder mal deutlich sichtbar. Vor allem die Sexszene mit der Hauptdarstellerin wirkt arg konstruiert und Boll sollte vielleicht doch mal lernen, wie man Erotik inszeniert. Irgendwie erinnert die Szene mehr an einen Porno und eigentlich nichts erotisches.
Kann zumindest die exzellente Darstellerriege halten was sie verspricht? Nur teilweise! Kingsleys Darstellung ist solide aber mehr nicht. Loken gibt sich viel Mühe, sieht auch richtig sexy aus, bleibt aber außerhalb der Kampfszenen blass. Madsen gibt eine gewohnt coole Vorstellung, der Davis nie das Wasser reichen kann. Rodriguez zeigt in ihren Szenen ihr Potenzial, wird aber vom Drehbuch in ihrer Entfaltung gebremst.
Die Effekte und Kulissen gehen in Ordnung, sind teilweise allerdings zu künstlich geraten.
Fazit: Ein unterhaltsamer Film mit ordentlichem Tempo und ohne große Hänger aber aufgrund fehlender Überraschungen und kleiner Schwächen in allen technischen Bereichen nicht mehr.

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