Review

-Achtung Spoiler-

Ich würde mich nicht als das bezeichnen, was in diversen Foren liebevoll als "Boll-Troll" bezeichnet wird. Aber ich bin der Meinung, dass man Filme von Uwe Boll entweder hassen oder lieben kann, dazwischen gibt es nicht wirklich viel Raum. Aufmerksam auf seine Werke bin ich erst seit "HOUSE OF THE DEAD" geworden. Von seinem nächsten Werk "ALONE IN THE DARK" war ich optisch zwar begeistert, doch das lücken- bzw. fehlerhafte Drehbuch hatte einen etwas üblen Nachgeschmack bei mir hinterlassen. Aber dennoch habe ich bis gestern begierig auf seinen neuen Film gewartet, zählt doch die Spiele-Vorlage zu meinen klaren PC-Spiel- Favoriten... allerdings nur der erste Teil.

BLOODRAYNE
Mit Freude las ich das Prüfsiegel und die Bemerkung des Unrated Director's Cut. War doch im Vorfeld viel um den Härtegrad ob der Zusammenarbeit mit B-Movie-Splatterkönig Olaf Ittenbach spekuliert worden. Ich war also gespannt.

Mein Resumee:

Positiv:
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- Die Optik besticht durch gute Schnitttechnik, schöne Kamerafahrten, eine passende Farb-Sättigungswahl, viele CGI-Originalfilm-Verschmelzungen. Man sieht dem Film nie an, dass er budgetmäßig eher spartanisch ist.

- Die Darsteller-Riege ist beachtlich: Loken, Meat Loaf, Zane (in erfrischend zynischer Art und MIT HAAREN), Kier, Madsen, Rodriguez, Pare, Kingsley und als kleines Schmankerl für Ittenbach-Fans Shahlavi, bekannt aus Beyond the Limits, Garden of Love, Riverplay etc.
Die Stars spielen gut miteinander, die Rollen wirken gut besetzt und es ist schon zu Beginn eine wahre Freude, so viele bekannte Gesichter im Mittelalter kämpfen zu sehen.

- Der Härtegrad ist im oberen Drittel angesiedelt, die CGI-Elemente sind durchweg sehr gelungen, aber die von Ittenbach kreirten Splattereien überwiegen deutlich, sind ein echter Hingucker und werden auch nicht langweilig. Und weil es im Film noch nicht genug waren, wird am Ende des Films nochmal einiges davon nachgereicht, manches aus verschiedenen Kameraperspektiven und in Zeitlupe. Das freut den Gorehound...

- Das Drehbuch ist bei BLOODRAYNE deutlich ausgereifter, als bei vergangenen Boll-Werken. Die Story ist nun geradliniger, die Charaktere wirken nie deplatziert oder unlogisch handelnd in den jeweiligen Szenen.

Negativ:
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- bisweilen ist es schon etwas nervig, dass Dinge nicht direkt gezeigt werden, sondern in Rückblenden, obwohl das dort gezeigte ja eben erst passiert sein muß. Kindheitserinnerungen mal ausgenommen, aber Raynes Flucht, der Angriff auf die Brimstone-Festung und ähnliches hätte man ja weiß-Gott auch normal zeigen Können. Und es wäre eine Gelegenheit für Olaf gewesen, sich effektmäßig noch etwas mehr auszutoben...
Da hatte es der Uwe wohl etwas zu gut mit gemeint.

- Raynes Klingen wirken stumpf. Aus der Nähe betrachtet sind sie glanzlos und die aus dem Spiel bekannten markanten End-Spitzen sind rund. Schade. Dadurch wirken sie weniger bedrohlich, wo sie doch eigentlich scharf wie japanische Katana-Klingen sein sollten.

- zu Beginn bis ca. 35min wird gute Härte geboten. Danach ist erstmal garnix, obwohl es ja auch Kämpfe gibt (der Bodycount ist immens) und i dachte schon, das Budget hätte für die Effekte nur zu Anfang gereicht. Nach langer Durststrecke kommt der Film jedoch zu Ende nochmal richtig auf Splatterkurs. Aber warum nicht gleich so im ganzen Film...?

- die Sexszene an den Gitterstäben ist unnötig und zusammenhanglos

- die Rückblende am Ende des Films ist unnötig, die Effektverliebtheit ist zwar gut und schön, doch man hätte diese erweiterten Szenen auch in den Filmablauf integrieren können. Vor allem den halbierten Mönch und den Slow-Motion-Tod der Kuriositäten-Zirkus-Direktors...

- der auf dem DVD-Cover angegebene Audiokommentar von Uwe Boll fehlt, was sehr schade ist, wo doch die beiden letzten zu HOUSE und ALONE echte Comedy-Kracher waren... *sic*

FAZIT:
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BLOODRAYNE macht Spaß, ist hart, sexy und ein optischer Leckerbissen. Der bis dato beste Boll-Film!
8 / 10 Punkten

Man darf gespannt sein auf seine Folgeprojekte FAR CRY (mit "Jason TRANSPORTER Stratham") und IN THE NAME OF THE KING (Cast: Jason Statham, Ron Perlman, Burt Reynolds, John Rhys-Davies, Ray Liotta, Matthew Lillard, LeeLee Sobieski, Brian J. White, Will Sanderson, Kristanna Loken, Claire Forlani)...

KEEP ON BOLLING!!

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