Meine Erwartungen an „Bloodrayne“ waren zugegebenermaßen nicht all zu hoch gesteckt, da ich im allgemeinen nicht viel von Verfilmungen halte, deren Grundlage Computerspiele sind. Lediglich „Resident Evil“ konnte mich dahingehend bisher mehr als nur überzeugen.
Die Schauspieler – Riege liest sich mit Namen wie Michelle Rodriguez („Resident Evil 1“, „Fast and the Furious“), Kristanna Loken („Terminator 3“) und natürlich Michael Madsen („Kill Bill 1 & 2“, „Sin City“) sehr gut. Und ausserdem bieten die beiden ersteren auch noch etwas für´s (männliche) Auge. Von Michael Madsen weiß man eigentlich dass er es kann, bewies aber auch mit z.B. „Hoboken Hollow“ dass sich auch bei ihm ein Griff ins Klo gelegentlich einschleicht.
Wer auf einen großartigen Plot bzw. zumindest einigermaßen tiefgreifende Inhalte hofft, wird wohl herb enttäuscht. Davon lebt „Bloodrayne“ ganz sicher nicht. Auch nicht von großartigen Wendungen – die Story ist ganz einfach jederzeit vorhersehbar. Wer jedoch auf viel Kunstblut steht, kommt allemal auf seine kosten. Insbesondere beim Rückblick der auf dem Thron sitzenden Rayne wird dem Betrachter ein wahrliches „Best of“ aller Gemetzel, in erster Linie natürlich der Schwertkämpfe, geboten. An dem ganzen Kunstblut ging wohl auch ein Großteil des Budgets verloren, welches man evtl. in die Schwertkampftechniken einiger Nebendarsteller hätte investieren sollen – die können nämlich im Gegensatz zu den Haupthakteueren in keinster Weise überzeugen. Die Kostüme sind soweit in Ordnung bzw. genauer gesagt dem Film angepasst. Denn auf Details bzw. auf die Ausstattung wurde leider nur bedingt geachtet. Darüber lässt sich aber im großen und ganzen wegsehen, vor allem weil auch ein Hauch einer unheimlichen Atmosphäre spürbar ist. Auf Effekte wird zum Glück nicht soviel Wert gelegt, da diese vermutlich genauso in die Hose gegangen wären wie auch die zum Teil äußerst dämlichen Dialoge.
Alles in allem ist „Bloodrayne“ ein sich im oberen Mitteldrittel ansiedelnder Film was Computerspiel-Verfilmungen angeht. Er kommt meiner Meinung nach z.B. nicht an „Resident Evil“ heran, steckt aber andere dem Genre angehörenden Filme wie z.B. „Bloody Mallory“ locker in die Tasche.Für jemanden der auf viel Gemetzel mit zum Großteil guten Kampfszenen und ansehnlichen weiblichen Hauptakteuren steht, könnte „Bloodrayne“ durchaus eine gelungene Abwechslung zum Alltag darstellen. Für mich jedenfalls mehr wert, als mir vor dem Computer die Zeit mit dem Spiel sinnlos zu vertreiben. Fans des Vampir-Genres sind aber wohl eher mit „Blade“ oder „Underwold“ besser bedient, denn bei diesem Vergleich könnte „Bloodrayne“ leider nur eine Enttäuschung zu bieten haben.