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Es ist mir völlig klar, dass ein Film wie „Bloodrayne“ polarisieren muss. Denn Uwe Boll bietet seinem geneigten Publikum und seinen Gegnern genau dass, was von ihm erwartet wird. Sein geneigtes Publikum bekommt einen inhaltsarmen Hau-Drauf-Film. Die übliche Verfilmung eines mit Sicherheit erfolgreichen, als Vorlage für eine Verfilmung nicht ansatzweise geeigneten Computerspieles. Boll entwickelt sich von Film zu Film und kann mit „Bloodrayne“ einige Schwächen seiner vorhergehenden Werke ausgleichen. In Ausstattung, Musik und Kamera wird er unbestritten jedes Mal besser. Noch erstaunlicher ist, wen er als Schauspieler casten kann. Nach den Stümpern seiner ersten Filme sind nun teilweise echte Stars Zugpferde seines Vorhabens. „Bloodrayne“ wartet immerhin mit Meat Loaf, Geraldine Chaplin (verdammt alt geworden) und Ben Kingsley auf. Während die beiden Erstgenannten kurze, passable Auftritte haben, versagt Kingsley auf ganzer Linie. Ich weiß nicht, wie viele Schlechtleistungen dieser Mann noch abliefern muss, damit ihm die Queen seinen heiß geliebten „Sir“ wieder abnimmt. Und dies zur Sicherheit – es kann mir keiner erzählen, Boll wäre an dem Versagen von Kingsley schuld! Der wird wohl kaum gesagt haben „Steht hier mal blöd rum und blicke harmlos in die Runde, damit Dich bloss keiner mit einem gefürchteten Vampirfürsten verwechselt!“ Boll kann mit großer Wahrscheinlichkeit aufs Geld achten, wenn er es denn hat. Und das führt zu den fast schon „üblichen“ Schwächen. Seine Hauptrollen sind wieder einmal mäßig besetzt. Loken als Titelheldin ist nicht doll, geht aber noch. Madsen ist schon erschreckend schlecht und erinnert in seiner abgehalfterten Art an den späten Steven Segal. Der Rest der Mimen ist nichts sagend. Es wirkt auch hinsichtlich der Verpflichtung von Kier so, als wäre Boll in einem Netz von Verpflichtungen gefangen. Anders kann ich mir auch nicht erklären, dass er einen der übelsten Pfuscher für seine Spezialeffekte anheuert. Ich weiß nicht, wie es aussieht, wenn jemand eine Schwertverletzung davonträgt. Aber diese Blutfontänen sind grotesk und haben schon bei „Messalina“ nur die Trashfreunde entzückt. Für den Film ist es schade, da das Maß der Gewalt grundsätzlich recht unterhaltend ist. Was ich aber Boll wirklich krumm nehme ist das Ende des Films. Was soll so ein absolut unsinniger Rückblick. Glaubt er, ich hätte den Film bereits vergessen? Es mag sein, dass dahinter eine tolle Aussage stehen soll. Ich hatte nur das Gefühl, hier wurde vorher nicht benutztes Aufnahmematerial recycelt. Naja… In Summe ist der Film gar nicht so übel. Er plätschert dahin und unterhält recht ordentlich. Nichts dolles, aber auch keine Katastrophe. Es bleibt zu wünschen, dass Boll einmal ein vernünftiges Skript kriegt. Von mir kriegt „Bloodrayne“ 5 Punkte.

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