Review

"Und er kann es DOCH!"
Als Bolls "House of the Dead" rauskam, war ich der erste, der feststellte, er gehörte an eine Wand geklatscht, sein "Alone in the Dark" bestätigte mich total, doch plötzlich...
Die Videospiele-Vampirsaga, die sich durch rasante Brutalitäten und schöne Sets auszeichnete, wurde zwar filmisch verzerrt, aber letztlich sehr passend erzählt. Was mich zuerst sehr wunderte, war, wie leicht es dem Zuschauer fällt, die unzähligen neuen Begriffe, Städtenamen und Mythologien dieser Phantasiewelt hinzunehmen, denn Boll gelingt es, den Gucker so damit zu bewerfen, dass dieser verwirrt sein müsste, gleichzeitig aber klar zu machen, dass all diese Begriffe nicht wirklich von Bedeutung sind! Denn es handelt sich hier um einen Ur-Actionstreifen, mit Vampirhandlung.
Dem Film gelingt es, nach lausigem Beginn stetig stärker zu werden und schließlich schon nach dreissig Minuten werden die Action/Splatter - Sequenzen nur noch von bildschönen Landschaftsaufnahmen unterbrochen.
Die wenigen Handlungstränge, die meist von namhaften Darstellern präsentiert werden, sind eher peinlich und so richtig glaubwürdig ist keine der Figuren außer Rayne selbst.
Die größten Enttäuschungen des Films sind die teilweisen Fehlbesetzungen (z.B. den viel zu oft gesehenen Madsen oder die unerträgliche Rodriguez) und die unglaublich dumme Sexszene mit dem hirnlosen Jüngling-Helden, so ein Dreck und belanglos hoch 2!
Genial sind dafür die vielzähligen Goreszenen, bei denen Ittenbach seine Meisterklasse ein weiteres Mal zur Disposition stellt! Gore galore heißt es letztlich auch in der seltsamen Schlussszene des Streifens, wo es eine Art Videoclip mit Best-of aus dem Film plus vieler zusätzlicher Splatter-Schmankerl gibt (dafür hat die DVD-Fassung keinen Abspann?!?)
Wer nun allerdings der Meinung ist, dass der Film nur aufgrund der harten FX funktioniert, der irrt, denn die Visualität und der Szenenaufbau meist großangelegter Kampfszenen, außerdem so manch schöne Maske, gehen auf Bolls Rechnung, der sich erstaunlicherweise als Vollprofi mit Begeisterung herauskristallisiert.
Fazit: Splatter im Hochglanzgewand, rasant und in jeder Hinsicht besser als die Pseudo-Coolen Kinderfilmchen "Blade 1 - 100" und "Underworld". Sieht nur auf den ersten Blick wie Buffy aus, denn die Computer-FX wurden weitgehend in der Gruft gelassen, wo sie für alle Zeiten hingehören!

Details
Ähnliche Filme