Review

Was ist schlechter, als eine Videospielverfilmung von Uwe Boll?
Eine Videospielverfilmung von Boll, die mit einer Nahaufnahme von Michael Madsens Gesicht anfängt.
Als ich dieses abgehalfterte Gesicht sah, wie es fast schon um Aufmerksamkeit bettelnd in die Kamera äugte, war mir eigentlich schon alles klar.
Aber es hätte ja besser werden können. Hätte. Können. Wenn man den Regisseur gewechselt, das Drehbuch umgeschrieben und den kompletten Cast ausgetauscht hätte.
Aber das, was nun hierbei herausgekommen ist, ist ein Haufen Fledermausguano. Rayne, ein armes Hascherl aus einer Freakshow, ist ein Dhampir (Halbvampir), der ganz schlimm behandelt wird. Als sie eines Abends von einem stinkenden, grunzenden Gorilla bedrängt wird, schnetzelt sie diesen klein und wird zu einer Art hämophilen Rächerin der Witwen und Waisen. Der böse Vampir Kagan, der Raynes Mutter vergewaltigt und ermordet hat (wahrscheinlich hat sie sich totgelangweilt, zumindest macht es im Film diesen Eindruck) steht ganz oben auf der "To-Kill-Liste". Zusammen mit zwei bräsigen Vampirjägern von der Brimstone-Society zieht die Gute los, um Ben "Kagan" Kingsley den garaus zu machen.
Nägelkauend fragt man sich: "Uuuuuuh ... aber ... wird sie es denn auch schaffen?" Ja, liebe Freunde der seichten Fernsehunterhaltung: Dieser Film ist so spritzig wie eine wochenalte Urinprobe und so spannend wie eine Runde Halma an Großmütterchens rundem Geburtstag.
Die Kostüme sind eine Schande, der Cast tut sein Schlimmstes, die Musik sägt mit der Zeit gewaltig an den sowieso schon arg strapazierten Nerven und die Kulissen in Touristenführer-Optik locken auch die älteste Spinne nicht mehr hinter dem Ofen vor. Man langweilt sich kolossal, fragt sich des Öfteren mal "wtf?!" und wacht gegen Ende auf, um sich den Abspann anzuschauen. Das Geld dafür kann man wirklich sinnvoller investieren. Der ganze Streifen strotzt nur so vor ... nun, wie soll ich sagen ... konzentrierter Bolligkeit, dass einem wirklich schlecht werden kann.
Sollte sich jemand von Ihnen, liebe männliche Leser, für ein Leben im Zölibat interessieren, so empfehle ich die peinliche Fickelszene zwischen Rayne und diesem weichgespülten Brimstone-Typen. Sollten Ihnen danach die Klöten nicht schon aus reiner Notwehr veröden, dann weiß ich auch nicht ...

1/10

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