Vorweg muss ich sagen: Ich habe noch nie zuvor einen Film von Uwe Boll gesehen, ich habe nur gehört, wie schlecht er sein soll. Um mir davon jetzt auch mal einen eigene Meinung bilden zu können, habe ich mir mal BloodRayne angesehen, da es mir am vielversprechendsten aussah. Trotzdem bin ich natürlich mit recht niedrigen Erwartungen an den Film angegangen.
Die Handlung um die arme Rayne, die ihre ermordeten Eltern beim bösen Obervampir rächen will, ist schnell erzählt. Inhaltlich bleibt der Film sowieso die ganze Zeit über wie erwartet flach und wirft mit Logiklöchern nur so um sich. Eins muss man Boll aber lassen. Es ist beachtlich, was für eine Riege an B-Stars er für diesen Film zusammentrommeln konnte. Umso trauriger ist es, wie unglaublich erbärmlich die schauspielerische Leistung insgesamt ausfällt. Vor allem Ben Kingsley wirkt völlig deplatziert und verbreitet das Gefühl völliger Lustlosigkeit (was ich ihm aber auch nicht verübeln kann Der Kerl hat mal Ghandi gespielt! Wie kann man nur so absteigen...). Die unglaublich armseligen Dialoge und die völlig teilnahmslose Art, wie diese zum Teil vorgetragen werden, reizt auch immer wieder zum Lachen. Beachtlich fand ich vor allem, wie hässlich die Perücken und Outfits der Schauspieler waren, insbesondere Michael Madsens. Ein Brüller hingegen wie Loken in bauchfreiem Leder durch das Mittelalter chargiert. Insgesamt ist die Optik neben dem Score das einzig Gute an diesem Film, die ist nämlich wirklich gelungen: Schöne Landschaftsaufnahmen mit tollen Kamerafahrten, düstere Sets, interessante Kameraeinstellungen und Kristanna Loken. Die Rückblenden werden zudem mit passenden Bildfiltern sehr schön visualisiert. Die Masken und Morphingeffekte sind auch gelungen. In den Kämpfen hingegen kann die Kameraarbeit allerdings weniger überzeugen. Hier wird das sowieso schon dilettantische Kampfgetümmel noch durch billige Zeitraffer und Framehalbierungen verschlimmbessert. Die Kämpfe wirken zum Teil doch sehr hölzern, den einzigen Schauwert bieten hier die Effekte von Olaf Ittenbach, die zum Teil aber auch ein bisschen erbärmlich gemacht sind (vor allem als der Kerl im Kloster horizontal halbiert wurde, hat man total die Beine hinter der Unterleibprothese gesehen): Schwertgefuchtel, Close-up wie literweise Blut aus einem Schlitz in der Kleidung spritzt, nächster Gegner, das selbe nochmal, jetzt mal mit Köpfung, dann mit Teilung etc. Allerdings ist es schon beachtlich, dass Boll es geschafft hat, eine gewisse Art an geringfügiger Spannung aufzubauen.
Abschließend kann ich sagen, dass sich meine Befürchtungen bezüglich Uwe Boll bestätigt haben: Als Regisseur taugt er ungefähr so viel wie Schäuble als Innenminister. Er hätte lieber Kameramann werden sollen, denn die Optik ist das einzig gelungene an diesem Film. Vor allem ist dieser Film so schlecht, dass man sich nur scheckig lachen kann über die unglaublich schlechten Dialoge, Schauspieler, Kampfszenen, Splattereffekte und Logiklöcher im Drehbuch. Noch nie war unfreiwillige Komik so unterhaltsam. Kurz: Der perfekte Party+Bier Film.