Review

Dr. Boll gibt nicht auf. Nach Perlen wie "House of the dead" und "Alone in the dark" ging's an die nächste Videospielverfilmung. Diesmal das Hack'n'slay "Bloodrayne".

Und auch diesmal regiert der Stumpfsinn. Abgesehen von der belanglosen Geschichte langweilen auch die Actionsequenzen. Diese sind für das Genre rar gesät und wenn sie dann mal auf den Zuschauer losgelassen werden, überzeugen lediglich die unter Mitarbeit von Olaf Ittenbach bewerkstelligten Goreeffekte. Der Schnitt ist modernerweise unübersichtlich; möglicherweise um die Unbeweglichkeit von Kristanna Loken zu kaschieren, die sich hier als Titelfigur abmüht. Wo dies allerdings in Bay'schen Gefilden durch Schauwerte (zumindest einigermaßen) wieder wett gemacht wird, hat dieses Machwerk in der Beziehung einfach nichts zu bieten. Die Optik ist langweilig, die Musik zudem nichtssagend und bei der Besetzung sollte man eigentlich etwas mehr erwarten können. Der Cast liest sich mit Michael Madsen, Ben Kingsley, Meat Loaf  und Udo Kier erstmal brauchbar, doch selbst die können gegen diesen gequirlten Unsinn nichts ausrichten (Billy Zane versucht sogar hinter einer miesen Perücke nicht erkannt zu werden). Und der dauert trotz der knappen Laufzeit gefühlte 3 Stunden. Natürlich erwartet der geneigte Zuschauer keinen Anspruch. Aber Unterhaltung sollte schon dabei rausspringen. Nicht mal als Party-Trash-Film taugt der Film.

Warum ich mir Bollwerke ansehe weiß ich nicht. Vielleicht eine masochistische Ader oder die wahnwitzig anmutende Hoffnung, dass doch mal was Brauchbares dabei ist. Und manchmal hat man einfach Lust auf Schrott.

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