Hat TV-Serienvibes der 90er…
Ein attraktiver Dampir entkommt aus ihrem Wanderzirkusleben, schließt sich mit legendären Vampirjägern zusammen und macht jagt auf den mächtigen, adeligen Mörder ihrer Mutter - ihrem Vampirvater!
Blutiges Kasperletheater
„Bloodrayne“ wird oft als Paradebeispiel einer hundsmiserabelen Videospielverfilmung genommen. Und ja, er ist absolut kein guter Film, egal ob losgelöst von den Games oder nicht. Aber er hat auch trashig-unterhaltsame und zumindest oberflächlich interessante Faktoren, die ihn für mich nicht halb so schlimm machen, wie viele sagen. Was wenig heißt - ein Uwe Boll bleibt ein Uwe Boll. Von den grottigen Comutereffekten über's Overacting bis hin zur banalen Geschichte - das ist nicht viel hochwertiger als damals bei „Hercules“, „Xena“ und Co. im Fernsehen. Aber wie gesagt: „Bloodrayne“ hat auch fast schon geilen Scheiss. Zum einen macht er seinem Namen alle Ehre und ist verdammt (handmade-)splattrig. Das ist richtig schön anzusehen und hat mich massiv positiv überrascht. Ein bisschen „Castlevania“-Vibes. Dazu dann die etliche bekannten Gesichter und Stars - auch eine positive Erscheinung, selbst wenn man nicht wirklich versteht, warum der ein oder andere hier mitmacht. Aber ist ja auch egal. Lokens heiße Sexszene. Und dann hätten wir da noch die größtenteils echt und hart wirkenden Kulissen und Klamotten, ein weiterer Indiz für das sicher gar nicht zu niedrige Budget. Daher hat mich „Bloodrayne“ auf Guilty Pleasure-Splatter-Niveau positiv überrascht. Sehr sogar. Und wenn man weiß, wer für die Matscherei verantwortlich war, erschließt sich das einem natürlich auch. Vielleicht haben zu viele Menschen die geschnittene Version gesehen? Dann bleibt natürlich nicht viel Gutes, denn der rote Lebenssaft ist hier halt am regnen und bestimmend, der größte Schauwert zusammen mit den attraktiven Ladies…
Fazit: „Bloodrayne“ ist einer von Bolls besseren… was natürlich wenig heißt. Taugt im Grunde weder als Kinoabenteuer noch als Videospielverfilmung. Im besten Fall ein lächerlicher Zeitvertreib. Seltsam, warum sich Kingsley und Co. für sowas hergeben. Für Fans von Vampirtrash aber okay. Und ein paar Schauwerte (Landschaften, Burgen, tolle Frauen, noch tollerer Gore) gibt’s durchaus. Daher vielleicht etwas besser als sein Ruf.