Manchmal schnappt man sich bei groß angekündigten Blockbustern eine Videokassette ,um sich ein paar Wochen später von dem Ergebnis überraschen zu lassen.Ganz so schlecht ist diese Pro7-Produktion tatsächlich nicht.
Sylt:Auf einer Bohrinsel wird nach Methanhydrat gesucht und man nimmt Sprengungen unter dem Kommando des debilen Kramlick vor.Trotz Warnungen geht dieser zu weit und löst eine Flutwelle aus.Hydrologin Svenja und Exsurfer Jaan bekommen sozusagen Wind davon und versuchen die totale Überflutung Sylts zu stoppen.
Wenn ich nicht kurz zuvor die zuckersüße Anja Knauer bei TV-Total gesehen hätte,wäre ich auf „Tsunami“wohl gar nicht aufmerksam geworden.Von daher weiß ich auch,dass statt auf Sylt auf Amrun gedreht wurde,was eine nette Atmosphäre verbreitet.
Die Story ist erwartungsgemäß selten hohl und klischeebeladen,aber durchaus unterhaltsam.
Nach der ersten Welle verspürt man direkt Lust auf mehr,auch wenn diese Szene ein Abziehbild von „Deep Impact“ war – solide gemacht mit annehmbaren Effekten.
Leider gibt es davon nur zum Schluss noch ein bisschen,aber für einen Katastrophenfilm eindeutig zu wenig.Besonders gegen Ende zeigt sich die Eintönigkeit der Effekte:Wir sehen die Riesenwelle kommen,Kamera fährt von unten nach oben,Schnitt,und Welle von hinten.Die tatsächlich entstehende Wucht bleibt nur zu vermuten.Auch hier hat man sich erfolgreichen Vorbildern bedient,“Der Sturm“von Petersen fast 1:1.
Die Darsteller fallen größtenteils nicht negativ auf:Anja Knauer ist als Eye-Candy nicht nur nett beim Joggen anzusehen,sondern kann auch ihre Rolle überzeugend rüberbringen,obgleich sie als studierte Hydrologin und EU-Wissenschaftlerin mindestens 40 sein müsste…
Dan van Husen fiel mir schon positiv in „Rigor Mortis“auf und auch hier verkörpert er den Bösewicht hervorragend.Nur unser Sunnyboy Kristian Kiehling in der Rolle des Surfcracks ist so austauschbar wie ein Satz Batterien.Sichtlich bemüht,aber ausdruckslos und ohne Charme.
Insgesamt ist diese TV-Produktion bei weitem kein großer Bringer,dafür ist die Handlung zu stumpfsinnig und die Klischees zu derbe.Aber der Film hat Tempo und kann mit einigen unfreiwilligen Lachern ganz nett für Kurzweil sorgen.Langweilig ist er zumindest nicht.
5 von 10 Punkten