Review

Die Sache mit Sam Mendes ist etwas kompliziertert. Hochgelobt und hochprämiert wurde er schon für seine Werke, wobei ich Probleme hab den ganzen Trubel nachzuvollziehen. Sicherlich ist z.B. American Beauty kein schlechter Film. Aber auch kein wirklich guter. Mendes hat seine Stärken im visuellen Bereich. Diese Tatsache rettet seine Filme regelmäßig vor dem totalen Niedergang. Ohne diese Tatsache wär American Beauty nur ein moralin getränkter überambitionierter Bockmist.

In Jarhead wird jetzt zum ersten mir bekannten Mal auf großer Leinwand auf ernsthafte Weise der erste Golfkrieg abgearbeitet. Anthony Swofford hat sich freiwillig verpflichtet und durchläuft die Ausbildung zum Scharfschützen. Als der erste Golfkrieg sich beginnt abzuzeichnen wird er zusammen mit seinen Kollegen als einer der ersten Truppen in der Wüste stationiert.

Aber auch wenn man in der ersten Hälfte des Films noch das ein oder andere Mal an Full Metal Jacket denken muß und eigentlich nur darauf wartet, daß der Einsatz bzw. die rising Action beginnt, so geht es hier doch auf jeden Fall um eines. Langeweile! Warten und Langeweile! Warten und Langeweile und Orientierungslosigkeit!

Die Hauptfigur hat eine regelrechte Sehnsucht auf sein eigenes Vietnam. Alle sind froh wenn der Konflikt endlich in seine heiße Phase gerät. Aber die Zeiten haben sich geändert. Letztendlich ist der Krieg vorbei und die meisten haben nicht einen Schuss abgegeben.

Leider gelingt es Mr. Mendes nicht den Zuschauer an seine Figuren zu binden. Teilnahmslos schaut man sich das ganze an, wird hier und da ganz ok entertaint aber so richtig schlau wird man aus dem ganzen nicht. Die stärkste Sequenz, weil siehe oben visuell einfach herausragend ist die Szene in den brennenden Ölfeldern. Und so ist es wieder eine visuell starke Sequenz, die mich als Betrachter davon abbringt den Film als totalen Reinfall abzuhaken.

6/10

Details
Ähnliche Filme