Die Reise ins Labyrinth Labyrinth (Originaltitel)
Also kleine Brüder im Windelscheiß-Alter können echt nerven! Davon kann die fantasiebegabte Teenie-Göre Sarah echt ein Lied singen. Ständig dieses Gegreine und Genöle. Da wünscht man sich doch glatt, der Koboldkönig würde den Balg endlich holen, dann wäre endlich Ruhe.
Gewünscht, getan, eines Tages steht genau dieser in der Balkontür und verkündet, er würde den Windel-Winnie mit sich nehmen und Schwesterchen hätte eine paar Stunden Zeit sich das noch mal zu überlegen. Gerne könnte sie mal im Schloss vorbeischauen, wenn sie die halslose Blage wieder haben möchte. Da müßte sie aber ein riesiges unüberwindliches Labyrinth durchqueren und die eine oder andere Falle überwinden. Ist aber kein Problem, oder? Die Teenies sind ja sonst immer so schlau und können eh alles besser, oder?? Und schon ist er weg. Nun dreht unsere jugendliche Heldin aber ganz arg schwer am Rad. Der Bruder muß wieder her, was werden denn Mama und Papa sagen? Lebenslänglich Stubenarrest und Taschengeld entzug? Nein, sie muß ihm nach und begibt sich auf die gefahrvolle Reise ins Labyrinth des Koboldkönigs. Dabei lernt sie einen Haufen skurriler Gestalten kennen, einige helfen ihr, andere sind gegen sie - wie im richtigen Leben.
Na, da waren Jim Henson und Frank Oz wieder mal fleissig. Ein Pop-Musik-Trickfilm sollte entstehen. Die Puppen und die Tricks - kein Problem, aber wer sollte für den Pop sorgen?
Es sollte jemand ein, der sich gern verkleidet, Perücken trägt und auf bunte Farbe im Gesicht steht. Außerdem sollte er geradeaus singen und stets einen guten, aufgeweckten Eindruck machen können. Darüber hinaus muß er etwa 20 Kamera-Markierungen auf den Boden beachten und fünf Seiten Text am Stück behalten könne. Tanzen wäre auch nicht schlecht. An der Filmmusik sollte er auch noch mitwerkeln.
Tja - da gabs damals nur eine Antwort: David Bowie. Man stelle sich vor die Wahl wäre auf Joe Cocker gefallen......
Also es gibt sicher bessere Filme, in denen Herr Bowie mitgewirkt hat. Ich erinnere da mal an DER MANN DER VOM HIMMEL FIEL, FURYO oder BEGIERDE. Aber mal ehrlich - wer sah damals (1987) in so einer engen Gemächt-betonenden Hose besser aus? Wem hätte seinerzeit diese blonde Punk-Perücke und das feminine Make-Up besser gestanden? Wer hätte beim Singen ein besseres diabolisches Grinsen an den Tag gelegt?
Das schauspielerische Sahnehäubchen auf diesem Film ist aber die junge Jennifer Connelly, als junges unbedarftes Teenie-Girl. Frau Connelly ist jetzt nach über 20 Jahren auch noch gut im Geschäft (BLOOD DIAMOND, DARK WATER, HAUS AUS SAND UND NEBEL). Mit unschuldigem Jungmädchen-Charme bietet sie hier dem sinistren Bowie gekonnt Paroli.
Unterm Strich haben wir hier einen recht coolen und amüsanten Film, der auch heute noch wirkt. (Wann haben wir in unserer Zeit zum letzten Mal einen Gnom gesehen, der in einen Gartenteich pinkelt? - Manchmal macht das mein Nachbar aber das ist wohl kein Vergleich)
Ich habe LABYRINTH seinerzeit als Bowie-Fan zweimal im Kino geguckt und jetzt (24 Jahre später!!) die DVD erstanden. Den Film gibt's auf Doppel DVD mit DER DUNKLE KRISTALL
Bewertung des Entspannungsfaktors des Films: 1 Tüte Brezeln (zu zweit mit Schulfreund), 2 Dosen Becks (1 pro Nase) plus eine kleine Session mit alten David Bowie Platten (Diamond Dogs, Lodger, Station to Station)