Review

Mittlerweile ist die … Figur … Steven Seagal zum Running Gag geworden, lädt aber auch geradezu dazu ein, sich über seine immer behäbiger werdenden Auftritte lustig zu machen. Bei „Black Dawn“ ist mir aufgefallen, dass er kaum noch einen Hals hat und die ohnehin schon kleinen Äuglein vor Fett im Gesicht kaum noch sichtbar sind. Der Film hingegen ist fast okay und kommt sogar endlich mal wieder ohne Stock Footage aus.

Leider ist die Story absolut einfallslos und bietet dem Actionfan kaum etwas fürs Auge.
Seagal mimt den Ex-CIA-Agenten Jonathan Cold, der vor sechs Jahren ausstieg und scheinbar die Seiten wechselte. Er befreit, als Arzt getarnt, den kriminellen Donovan aus dem Knast, dessen Bruder ein großes Ding mit Atomwaffen plant. Zudem mischen noch ein paar Tschetschenen mit und eine CIA-Agentin, die früher mal von Jonathan Cold ausgebildet wurde.

Man wird wohl kaum von einem Spoiler sprechen können, wenn eigentlich klar ist, dass Seagal natürlich nach wie vor für die Guten arbeitet und sich nur zu Informationszwecken den Bösewichtern angeschlossen hat, was nach etwas 40 Minuten auch endlich ans Licht kommt.
Bis dahin hat man sich aber bereits ohne Ende gelangweilt, denn die Figuren auf der bösen sowie der guten Seite sind komplett oberflächlich und stereotyp gezeichnet. Selbst über Hauptfigur Cold erfährt man zu wenig, um ihn als ordentliche Identifikationsfigur zu akzeptieren, so dass es einem am Ende schon fast egal ist, ob er bei der Endsorgung einer Bombe per Hubschrauber überlebt oder nicht.

Seagal selbst redet nicht viel - ist klar, er bewegt sich aber auch nicht viel. Wundert einen schon fast, dass er in seinem viel zu großen Anzug nicht einfach seitlich wegkippt. So darf er ein paar Mal die Waffe erheben und den Mund für ein paar wenige One-Liner öffnen. Sein Double hatte an dieser Stelle wenig zu tun, mit dem Handgelenksbruch eines Bösewichtes hat´s sich auch schon.
Immerhin gibt es eine stattliche Verfolgungsjagd mit PKW und Lastwagen, die sich sehen lassen kann, da geht schon mal einiges zu Bruch, bzw. in Flammen auf.
Der Score der Wurst-Brüder(!) kann sich auch hören lassen und treibt das nahezu belanglose Geschehen wenigstens noch ein wenig an.

Dennoch ist auch dieser Seagal-Streifen kaum eine Empfehlung wert. Er reiht sich nahtlos in die Reihe seiner belanglosen Actioner der letzten Jahre ein und kann nur durch eine etwas aufwendigere Produktion punkten, die lahme Story zieht das allerdings wieder runter.
4 von 10 Punkten

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