!!!SPOILER!!!
Quentin Tarantino präsentiert..
Einen Horrorfilm der so schön hätte sein können.
Eli Roth hat es sich wieder einmal gewagt und einen Horrorfilm gemacht. Nach Cabin Fever, den Tarantino ja als die neue Generation des Horrorfilms bezeichnet hat. Und der Produktion von 2001 Maniacs, kommt jetzt das neue Werk Hostel. Laut Werbung unzensiert und ungeschnitten. Ich hab mich tierisch auf den Film gefreut. Ein harter Torture-Film kommt mal wieder in die Kinos. Und was bekomme ich geboten?
Die erste halbe Stunde Brüste und Sex. Okay dagegen ist nichts einzuwenden, wäre es nicht so vordergründig. Geht es in einem Horrorfilm um Sex? Darf nicht fehlen, aber darf auch nicht zu vordergründig sein. Ja gut es geht um drei Typen auf der Suche nach Sex.
Die zweite halbe Stunde, ein gewisser Leerlauf. Zwar gibt es auch hier Sex und einen abgetrennten Kopf, aber trotzdem kommt noch keine Gefühl auf das ich einem Torture-Film bin.
Die letzte halbe Stunde entschädigt teilweise für alles. Denn jetzt geht es richtig los. Der schüchterne der letzten beiden Reisenden, findet sich in einem alten, verdreckten Zimmer wieder. Und jetzt wird gequält. Ich saß mit Vorfreude im Kino. Denn das Kinoplakat zeigt einen jungen Mann mit einer Bohrmaschine in seinem Mund. Ich dachte mir das diese Szene jetzt bestimmt kommt. Der Chirurg zieht die Bohrmaschine. Meine Vorfreude wird immer größer. Er wirft die Bohrmaschine an. Ich reiß bald die Lehne aus dem Sitz. Und er hat ihm die Bohrmaschine....
in den Oberschenkel.
Na gut kann noch kommen. Man sieht den junegn Mann schreien und man hört Bohrgeräusche und auf einmal ist schluss. Der Junge Mann hat ein paar Löcher in seinen Oberschenkeln und in seinen Schulter. Und dann legt er die Bohrmaschine weg. Ich fühlte mich verarscht. Aber der Chirurg war noch nicht fertig. Der junge Mann bettelte um Gnade. Man sieht den jungen Mann schreien. Der Chirurg bindet ihn los. Er versucht zu laufen. Aber das geht nicht weil ihm beide Achillessehnen durchschnitten wurden. Das hatte man in Sympathy for Mr. Venegance besser gesehen.
Auch so die anschließenden Torture-Szenen wirken viele nicht wirklich ekelig. Okay für den geneigten Popcorn-Kino-Gänger ist das ziemlich harter Stoff. Es gehen auch regelmäßig Leute aus dem Kino. Aber wenn man Filme wie Haus der 1000 Leichen, Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre oder Ichi the Killer gesehen hat, dann haut das keinen mehr so richtig von den Socken.
Aber kommen wir mal zum Gesamteindruck des Film. Die Schauspieler wirken Horror typisch. Groß sympathisch werden sie einem nicht. Im Grunde genommen wünscht man sich das sie sterben. Der einzige der einem sympathisch rüber kommt ist ein Amerikaner der eine Sitzung in der Hunting Elite gekauft hat.
Die Kamera wirkt solide. Ruhige Bilder wechseln sich ab und zu mit schnellen Schnitten ab.
Die Musik ist eine Mischung aus Slowakischen Popsongs, Horrortypischer Düstermusik und unheimlicher Stille.
Alles in allem hätte Hostel ein so schöner Film werden können. Es wird soviel im Ansatz richtig gemacht. Sei es nun die letzte halbe Stunde oder auch einen gewisse Spannung auf zu bauen. Aber er macht es durch die sehr vielen Off-Quälereien und zu bescheuerte Charaktere wieder weg. Schade eigentlich. Tarantino bleib bei deinen Leisten und Roth schau dir noch mal genau Takashi Miike Filme an, wenn du ihn mitspielen lässt: