Die drei Freunde Josh (Derek Richardson), Paxton "Michi Ballack" (Jay Hernandez) und Olli (Eythor Gudjonsson) kommen über´n Teich nach Europa, für die Sau rauszulassen. In Amsterdam angekommen geht´s erstmal in den Coffee-Shop. Legal kiffen macht ihnen einen Heidenspaß. Jedoch - oberstes Ziel bleibt bei diesem Euro-Trip soviel Bräute flachzulegen wie nur möglich. Von einem Unbekannten bekommen sie den Tipp, mit dem Zug nach Bratislava (Slowakei) zu düsen, da sie dort als "Amerikaner" in einer bestimmten Herberge die schönsten, willigen Frauen serviert bekommen würden. Also, nix wie hin und kaum dort angekommen, erfahren sie am eigenen Leib, dass der Fremde nicht zu viel versprochen hat. Direkt am ersten Abend gibt´s Sex und Drogenexzesse mit sehr schönen, osteuropäischen Frauen. Am nächsten Tag stellen Josh und Paxton fest, dass von Olli weit und breit jede Spur fehlt. Angeblich hat er sich auf den Heimweg gemacht. In der darauffolgenden Nacht verschwindet auch noch Josh - Paxton macht sich auf die Suche nach seinen Freunden und kommt einer kriminellen, perversen Bande auf die Spur...
Aus Eli Roth wird noch etwas - es ist ziemlich gewagt von ihm, zwei so unterschiedliche Genres, eine Teen-Sex-Klamotte mit einem Terror-Splatter-Sicko, zu kombinieren. Das ist ihm jedoch allemals gelungen. Ähnlich, aber eben ganz anders unterhaltend wie das Paradebeispiel "From Dusk Till Dawn" ist nach Hälfte eins Schluss mit lustig und ab geht´s zum Foltern und Quälen bis der Tod eintritt.
Die ersten 45 Minuten gleichen Filmen wie "Eurotrip" oder auch "American Pie", die Witze sind flach (aber gut), die Brüste eher das Gegenteil und die drei männlichen "Rucksack-Touristen", auch wenn sie sehr klischee-beladen und notgeil daherkommen, kann man sofort ins Herz schließen - es sei denn, man selbst hat diese Drangphase der Jugend mehr im Keller mit Tempos und Ego-Shooter spielen verbracht als mal ordentlich einen wegzustecken.
Gut, spätestens mit der Entführung von Josh wird dem Zuschauer häppchenweise serviert, was für ein kranker Scheiß dahinterstecken mag. Als schließlich der letzte der Gruppe, Paxton, im Kerker angekettet und winselnd auf dem Stuhl sitzt, was der Zuschauer durch die Perspektive Paxton´s (ein kleines Loch in der Maske) mitansehen darf, geht die Party erst richtig los.
Aha, die Russenmafia steckt hinter dem Menschenhandel, bei dem reiche Geschäftsleute viel Geld fließen lassen, um Menschen just for fun grausam und langsam zu töten.
Eli Roth lässt dabei nichts aus, an Waffen und Werkzeugen (u.a. eine Bohrmaschine, eine Kettensäge, eine Kneifzange oder ein Bunzenbrenner - mit denen in Kniescheiben gebohrt, Zehen abgeschnitten, Achille-Sehnen durchgeschnitten und Augen abgebrannt werden) ist alles dabei. Das explizit Dargestellte hält sich dabei mit dem im Off gezeigten ungefähr die Waage. Aber auch durch das, was sich nur im Kopf des Zuschauers abspielen soll (unterstrichen durch die Hilfe-Schreie der Gequälten), schlägt angenehm hart auf die Psyche. Vieles davon ist menschenverachtend und abartig. Man sieht praktisch keinen Ausweg mehr für Paxton aus dieser Misere. Irgendwie gelingt es ihm dann doch, sich durch mehr oder weniger glückliche Umstände zu befreien und das letzte Drittel beschränkt sich mit enormer Spannung auf die Flucht und den Rachefeldzug, der auch an der Grenze zur Perversion liegt, aber wie ein Befreiungsschlag auf den Zuschauer wirkt.
Eli Roth versteht es, geschickt die Grenzen zu verwischen bzw. den Spieß umzudrehen: Nutzen die Amerikaner ihren Wohlstand bei den armen Ostblock-Girlies aus, nutzen diese im Gegenzug ihre eigenen Waffen um von den Amerikanern zu "profitieren". Ist die Quälung der Gefangen fast nicht zu ertragen, kann der Rachefeldzug für den Zuschauer gar nicht pervers genug ausfallen, um die Gerechtigkeit zu rechtfertigen.
Man kann zu der ersten Hälfte stehen wie man will, jedoch kann das eine Lehre sein, dass die vermeintlich schönsten Tage einen nicht davor bewahren können, in den Tod oder den größten Schlamassel seines Lebens zu geraten (siehe mal wieder zu dem Beispiel "FDTD").
Nur die andauernd auftauchende, kriminelle Kinder-Gang nervt mit der Zeit gewaltig - zumindest werden sie zum Schluss auch noch sehr zynisch "zum Wohl" des Protagonisten eingesetzt.
9/10