"Hostel" dürfte wohl neben "Brokeback Mountain" einer der meistdiskutierten Filme des Jahres 2006 sein, obwohl beide nicht das Geringste miteinander zu tun haben. Der harmlos klingende Name "Hostel" steht eigentlich international für eine herbergsähnliche Unterkunft. In genau diese kehren 3 miteinander befreundete Rucksacktouristen ein. Schauplatz des Geschehens: Bratislava. Grund der Einkehr: schneller und unkomplizierter Sex. Was die Teens dann allerdings erwartet, hat mit den Freuden des Lebens nicht mehr allzuviel zu tun.
"Hostel" wurde im Vorfeld stark als "blutrünstig" und "schockierend" gepusht und Horror-Fans lief schon im Voraus das Wasser im Munde zusammen. Doch dann die große Enttäuschung. Der Film entpuppt sich als typische Genreproduktion mit geringem Budget gedreht und den üblichen Zutaten serviert. Obwohl die Atmosphäre stimmt und das Ende des Streifens eher unüblich daherkommt, will der Funke nicht so richtig überspringen. Das liegt zum einen an der langen Anlaufzeit, immerhin vergehen fast 40 Minuten, bevor das Ganze so richtig in Fahrt kommt. Die Brutalität der einzelnen Szenen hält sich zudem in Grenzen, dass hat man bei "Dawn of the dead" oder "Land of the dead" schon heftiger und ekliger gesehen. Vielleicht sind die Genre-Fans aber auch mittlerweile schon so abgebrüht, dass sie den Schock-Bildern nur noch ein kaltes Lächeln abgewinnen können. Wie dem auch sei: "Hostel" ist ganz nett anzusehen aber mehr auch nicht. Wer eine Neu-Definition des Genres oder eine Offenbarung erwartet, kann nur enttäuscht werden