2 amerikanische Jugendliche reisen durch Europa und lernen schließlich in einer slowakischen Herberge 2 überaus attraktive Schönheiten kennen. Doch die beiden werden von den Slowakinnen gelinkt und landen schließlich in einem verlassenen Rohbau, in dem zu Tode gefoltert werden sollen.
Splatter-Filme glänzen bekanntlich nicht unbedingt durch ihre Story und dies trifft auch hier zu. Nachdem "Saw" in Amerika ein durchschlagender Erfolg wurde, war es ja nur noch eine Frage der Zeit, bis auch andere spitzfindige Filmemacher auf die Idee kommen, ähnliche Filme zu inszenieren. Doch während "Saw" unter Anderem durch eine ausgeklügelte Story und unerwartete Wendungen glänzen konnte, fällt an diesem Werk eher die erschreckende Ideenlosigkeit auf. Während "Saw" immerhin noch so viel Tiefgang hatte, dass man durch diverse Rückblenden versuchte, die Charaktere zu vertiefen, bedient man sich hier lediglich der typischen Teenie-Klischees. Darüber hinaus tötete Jigsaw wenigstens noch aus Überzeugung und unsere Killer in "Hostel" töten einfach mal so aus Spaß und bezahlen sogar Geld dafür. Was mir persönlich an diesem billigen Plot gut gefällt ist, dass er wenigstens einigermaßen realistisch ist und, dass nicht irgendwelche übersinnliche Kreaturen und Killer wie Freddy Krueger oder die Jeepers Creepers morden. Dadurch ist der Film zwar flach, wie viele andere Splatter-Filme auch, wird dafür aber nicht allzu lächerlich. Es gibt die eine oder andere solide Wendung, aber viel darf man von der Handlung wirklich nicht erwarten. Was mich persönlich aufregt ist, dass Europa mal wieder von den Amerikanern durch den Dreck gezogen wird und die Verhältnisse im Osten Europas falsch dargestellt werden.
Eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von solchen Splatterfilmen, aber irgendwie hat "Hostel" mich dann doch unterhalten, schlimmer noch, zum Ende hin fand ich diesen Schrott sogar im Ansatz spannend. Dies ist aber auch nicht weiter verwunderlich, da der Film wirklich vieles macht, um ordentlich unterhalten zu können. Früher liefen Schundfilme meist in Grind-House-Kinos, in denen Soft-Pornos und billige Horror-Streifen direkt hintereinander gezeigt wurden und das Konzept macht Hostel sich dann auch zu nutze. Die gesamte erste Hälfte des Films besteht im Prinzip daraus, dass sich unsere beiden Hauptfiguren quer durch ganz Europa ficken (Wobei sie sich natürlich nicht unbedingt die hässlichsten Frauen aussuchen). Dabei wird natürlich nicht auf den üblichen Teenie-Klamauk verzichtet, der in diesem Film aber noch ansatzweise amüsant ist. In der zweiten Hälfte des Films wird dann natürlich Blut ohne Ende vergossen. Die Splatter-Sequenzen sind teilweise gut gemacht, überschreiten aber auch teilweise die Grenze des Erträglichen. Dennoch kann der Film in der zweiten Hälfte durch ein schnelles Tempo und eine gespannte Atmosphäre gut unterhalten und stellenweise sogar ein bisschen Spannung aufbauen.
Regisseur Eli Roth, der mit "Cabin Fever" schon einmal Erfahrung im Genre sammeln konnte, leistet routinierte Arbeit. Im ersten Teil baut er ein paar gut dosierte Gags ein und setzt seine Darstellerinnen gut in Szene. Im zweiten Teil baut er dann mit seiner Spannungs-Musik und seiner unglaublich ekelhaften, klaustrophobischen und finsteren Kulisse eine düstere und gespannte Atmosphäre auf, ohne, dass der Film, wie viele andere Vertreter seines Genres, ins Lächerliche abgleitet. Die Splatter-Szenen sind sicherlich ein wenig übertrieben und überdosiert, dafür gelingt ihm der rasante Rachefeldzug des entkommenen Jungendlichen hervorragend, da er das Tempo sehr hoch hält. Vor allem bei der starken Umsetzung merkt man, dass der Film trotz seiner einfallslosen Grundidee mehr Potential gehabt hätte. Hätte man mehr überraschende Wendungen eingebaut und direkt auf eine düstere Atmosphäre gesetzt und vielleicht noch auf die abartigsten Szenen verzichtet, hätte man aus "Hostel" wohl einen guten Thriller machen können. Aber so landet er im Mittelmaß.
Viele billige Horror- und Splatter-Filme kranken an ihren schwachen Darstellern, doch hier kann "Hostel" positiv beeindrucken. Die beiden Hauptdarsteller spielen zwar nicht überragend und haben bisher auch noch nicht so wahnsinnig viel Erfahrung sammeln können, werden den Ansprüchen des Films jedoch gerecht und haben damit einen maßgeblichen Anteil an der gespannten Atmosphäre. Die beiden Hauptdarstellerinnen spielen solide, wurden aber eher wegen anderern Vorzügen gecastet.
Fazit:
"Hostel" ist sicherlich unterhaltsam und einer der besseren Vertreter seines Genres, aber dennoch kann ich mir den Hype um den Film kaum erklären, da er doch weit hinter anderen Filmen wie "Saw" zurückliegt und sogar vom deutschen "Anatomie" übertroffen wurde. Die Story ist zwar flach und einfallslos, dafür aber wenigstens einigermaßen realistisch. Im Endeffekt unterhält "Hostel" dann aber durch seinen anfänglichen Humor und gegen Ende durch seine düstere Umsetzung ordentlich. Der Film ist vor allem für Fans des Genres empfehlenswert und definitiv nichts für zart besaitete, da die Splatter-Szenen dann doch jenseits der Grenze des guten Geschmacks liegen.