Review

Story:

Drei Backpacker sind auf einem Trip durch Europa. In Amsterdam bekommen sie den Tipp, dass es in der Nähe von Bratislava die willigsten Frauen gibt, also geht es auch sofort dahin. Doch die drei erwartet ihr schlimmster Albtraum.

Kritik:

Was Eli Roth hier abliefert ist grundsolide Horrorkost, nicht mehr und nicht weniger. Die erste halbe Stunde dümpelt mehr oder weniger vor sich hin. Die drei Protagonisten saufen, rauchen und ficken, also mehr American Pie als Horror.
Doch langsam schleicht sich in die fröhliche Atmosphäre immer öfter einige bedrückendere Momente, wie z.B. die Ankunft in Bratislava und die Einsamkeit dieses Ortes. Nach gut der Hälfte des Filmes gibt es dann auch die ersten explizieteren Details zu sehen, die sich dann auch bis Ende hindurchziehen.
Hostel hätte ein richtig guter Horrorfilm und vielleicht sogar ein Klassiker werden können, doch leider begeht Roth zu viele Fehler.
So ist das Erzähltempo und der Spannungsbogen doch sehr unausgegoren. Die Einführung der Charaktere dauert einfach viel zu lange und die Gewaltszenen setzen zu spät ein. Das soll nicht heißen, dass ich keinen Wert auf Charaktereinführungen lege, aber diese ist hier so belanglos, dass die Zeit, die für diese aufgewendet wird, einfach zu groß ist. Es ist einem eigentlich scheißegal was mit den Protagonisten passiert, da der Zuschauer nie eine emotionale Beziehung zu diesen aufbaut. Dies liegt jedoch nicht an den Schauspielern, denn diese machen ihre Sache gut und können überzeugen, sondern einzig und allein an den oftmals belanglosen Szenen. So wird z.B. eine Szene in der einer der Protagonisten von seinem Kind erzählt viel zu kurz abgehandelt, während absolut belanglose Gespräche zu Hauf zu finden sind.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die teilweise amateurhaften Effekte, die dem Film viel von seiner Stimmung nehmen. Hier wäre weniger weitaus mehr gewesen, anstatt auf billige Schocks durch Gewalt und Splatter zu setzen, hätte Roth hier mehr auf die Spannungs- und bedrückenden Momente setzen sollen, denn es gibt Szenen in denen ein sehr hohes Potential deutlich wird, wie z.B. die aus der Egoperspektive gefilmten Sequenzen. Hier wird die Ausweglosigkeit der Personen wirklich fühlbar.
Auch der Score ist sehr gelungen und bringt stellenweise sehr viel Atmosphäre. Ebenso die Location, die noch unverbraucht ist, stets wie eine eigene Welt für sich wirkt und so die Ausweglosigkeit der Situation weiter unterstützt.
Man könnte es als Kritikpunkt ansehen, dass Osteuropa so stark negativ dargestellt wird, aber da die Amerikaner auch nicht allzu positiv dargstellt werden, unterstelle ich Roth hier eine gewollte Persiflierung der Stereotypen, wie sie oftmals in Hollywoodproduktionen gezeichnet werden.
Der Film hat viel Potential, verschenkt aber ebenso viel, so dass er im Endeffekt leider nur Ware knapp über dem Durchschnitt bleibt.

Fazit:

Grundsolider Folterhorrorfilm mit starken Momenten und viel Potential, aber auch ebenso viel verschenktem Potential und schwachen Momenten, der deshalb nur knapp über dem Durchschnitt bleibt.

6/10

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