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"Herr Berg, mit Hasi stimmt was nicht!" - "Macht nichts, ich hab noch die Quittung!"
Upsala, da dürfte die Retour für den wackeren Agrarökonomen in "Isolation" aber schwieriger zu bewerkstelligen sein, denn mit der Kuh "Elsa" stimmt auch so einiges nicht.
Die steht nämlich auf dem runtergekommenen, herbstmatschigen Hof eines wirtschaftlich schwer gebeutelten und vor der Hofeinkassierung stehenden britischen EU-Bauern, der zwei Stück Trachtvieh offenbar an einen obskuren Wissenschaftler abgetreten hat, der - na, klar - zweck Verbesserung des Welthungerproblems in die haarige Genetik eingegriffen hat.
Sein Plan: machen wir die Kälber im Kuhbauch doch gleich parallel-trächtig, so dass das Kalb noch schneller werfen kann. Prima Idee, noch mehr Kuhrülpser für die Ökosphäre!

Natürlich geht die Chose derbe schief, denn was immer da im Arsch der Kuh (zumindest wird es auf diesem Wege hier analysiert) vor sich hin wächst, beißt herzhaft zu und das hat böse Folgen. Für den Bauern. Für die konspirative Tierärztin. Für die Kuh (Kühe). Und für ein ziemlich abgehetztes Pärchen, dass sich auf der Flucht vor ihrer Familie in ihrem Gammelcaravan auf den Einödhof gerettet hat.
Alsbald darf man beim Kuheinschläfern und Fötusrausziehen mithelfen und man ahnt schon, dass das nicht ohne infizierende Bisse abgeht...

Klar, was hier abgeht: alsbald ist ein genetischer Hybride mit Beißerchen on the run auf der Farm, die der eigentliche Hauptdarsteller ist, denn so herbstlich feucht, naß, regenerisch, grau und matschig, so abgewichst, so hat man sich das bei "Bauer sucht Frau" noch nie vorgestellt, wenn die Finanzen mal in Gefahr sind.
Gedreht mit einem Miniaturbudget, aus dem man das Maximum rausgeholt hat, mutiert das Malen-nach-Zahlen-Infektionsspielchen alsbald zur typischen Ungezieferjagd, in der jeder mal irgendwo drin rumschmoddern darf und die Figuren gerne in Kadavern rumpulen, aus denen schon alle Organe gefressen sind.

Klingt eklig, ist es auch, denn die Ansicht des Films schreit geradezu nach Desinfektionsfeuchttüchern und ist deshalb so wirksam wie die Story abgelutscht ist.
Die Darsteller sind ganz ordentlich dabei, weil sie scheinbar wenig spielen und das alles zu einer realistischen Angelegenheit machen, wobei Ruth Negga (die inzwischen ordentlich Karriere macht) ein bißchen arg unbeteiligt wirkt. Essie Davis ("The Babadook") ist hier in einer frühen Rolle ziemlich besorgt am Start und auch sonst muß man sich um den Cast keine großen Sorgen machen. Dafür werden aber auch keine großen Überraschungen serviert.

Das Viehzeugs kriegt man nur äußerst selten zu sehen, wobei man sich weniger auf Computer und mehr auf Creature Artwork konzentriert hat, daher greift man auf die bewährten, Bildrand-, Unschärfe- und Wackelkameratricks zurück, um das Absurde nicht komplett der Lächerlichkeit preisgeben zu müssen.
Die Welt hat der Film nicht bewegt, trotz allen Schlamms das Genre aber auch nicht beschmutzt. Ich rate im Anschluß aber dennoch auf eintägigen Milchverzicht. (5/10)

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