Review

Das „Duell am Missouri“ („Missouri Breaks“) wird in diesem selbstironischen Western zwischen den Schauspielgiganten Marlon Brando und Jack Nicholson ausgetragen.

Nicholson verkörpert hier Tom Logan, den Anführer einer sechsköpfigen Bande von Viehdieben, die in Montana ihr Unwesen treibt.

Als schließlich eines der Bandenmitglieder dem wohlhabendem Ranchbesitzer David Braxton (John McLiam) in die Hände fällt, statuiert er ein Exempel und lässt ihn kurzerhand aufknüpfen.

Nachdem die Viehdiebe im Gegenzug Braxtons ersten Vorarbeiter gelyncht haben, engagiert der Rancher den berüchtigten „Regulator“ Robert Lee Clayton (Marlon Brando), einem professionellen Kopfgeldjäger, der die Bande endlich aufspüren und ausmerzen soll.

Nach einem dilettantischen Überfall auf einen Zug erwirbt Logan mit der Beute ein kleines Stück Land und tarnt sich fortan als Farmer.
Doch Claytons Spürsinn lässt sofort ein starkes Misstrauen gegenüber dem neugebackenen Farmer aufkommen. Der „Regulator“ hat ihn durchschaut und wird Logan fortan nicht mehr aus den Augen lassen.

Während die übrigen zu einem Coup nach Kanada aufbrechen, bleibt Logan auf der Ranch zurück und bändelt derweil mit Baxtons görenhafter Tochter (Kathleen Lloyd) an.

Mit Rückkehr der Diebesbande und dem Raub des verbleibenden Viehbestandes der Braxton-Farm schlägt Lee Clayton zu :
Nachdem er die Bande bis auf Logan hinterrücks dezimiert hat, lässt dieser die (zweite) Gelegenheit, den Kopfgeldjäger zu töten, nicht ungenutzt.
Auch David Braxton stirbt schließlich, indem Logan ihn, im Versuch mit Jane die Flucht anzutreten, in Notwehr erschießt.

Jack Nicholson als Pferdedieb Tom Logan mimt den gutmütigen Kleinganoven mit dem Herz am rechten Fleck (ähnlich seiner Rolle in „Einer flog über das Kuckucksnest“). Das Agieren des bunt zusammengewürfelten Haufens an Pferdedieben birgt dazu diverse komödiantische Elemente im Film.
Als sämtliche seiner Freunde dem „Regulator“ zum Opfer gefallen sind, avanciert Logan erst zum Ende hin zur Rächerfigur.

Zweifellos überboten wird Nicholson im „Duell am Missouri“ allerdings durch Marlon Brandos skurriles Porträt des exzentrischen Lee Clayton.
Als zynisch-kaltblütiger Kopfgeldjäger, der sich bevorzugt mit Lavendel parfümiert, seinem Pferd Liebeslieder vorträgt, durch sein Zielfernrohr Vögel beobachtet, soweit er nicht gerade damit seine Opfer ins Visier nimmt, sich als Priester tarnt oder als Großmutter kostümiert (!), sind Brandos Auftritte hier wahrlich kultverdächtigt.

So erweisen sich insbesondere die Dialoge zwischen Brando / Nicholson als Hochpunkte des Films. Dies gilt insbesondere für jene Szene, in welcher Logan Lee Clayton (im Badebassin) erschießen will und – obwohl Clayton ihn gezielt zur Weißglut reizt – vollkommen perplex nicht imstande ist, den Kopfgeldjäger zu töten.

Den genretypischen großen „Showdown“ wird man im Film vermissen.
Brando / Clayton kommt auf ebenso hinterhältige Art um, wie er als „Regulator“ selbst vorgegangen ist.

„Missouri Breaks“ hat damit nichts vom Pathos des herkömmlichen „Wild-West-Streifen“ aufzuweisen, lässt in einem eher nihilistisch anmutendem Ende den Helden vielmehr gänzlich desillusioniert zurück, der sich nach Braxton`s Tod von dessen Tochter trennt und nicht gemeinsam gen Horizont gezogen wird.

Fazit :
Interessant gezeichnete, auf den zweiten Blick durchaus tiefgründigere Charaktere, hervorragende schauspielerische Leistungen, inhaltlich vielleicht etwas flach,
"Missouri Breaks" : 9 / 10

Details
Ähnliche Filme