Inhalt:
China während der manchurischen Qing-Dynastie. In der Grenzstadt Phoenix hat der schwache örtliche Fürst Wang (Ku Feng) wenig zu melden..., Chief Constable Jin Bu Huan (Chen Hui Min) zieht hingegen die Fäden. Und dieser -ein Neffe des einflussreichen Eunuchen Chen (Tony Liu) am Hofe des Kaisers- will, dass die Einnahmen für das Bordell in der Stadt reichlichst fließen.
Dort vergnügen sich größtenteils die Soldaten der örtlichen Garnison..., wie He Liu (Wong Yue).
In dieser Situation erreichen der neue KungFu-Instructor Tong Tie Zheng (Ti Lung) und dessen Sohn Tong Xiao Feng ("Terry" Fan Siu-Wong) die Stadt. Tong soll die Truppe mit seinen Kampf-Kenntnissen auf Vordermann bringen.
Der gebietet seinen Männer schon mal, dass die Bordell-Besuche passé sind..., und die Stimmung in der Truppe verschlechtert sich. Und natürlich ist auch Jin Bu Huan ziemlich angefressen. Jin Bu Huan macht aus seinem Hass gegen Tong keinen Hehl..., die beiden Männer waren schon bei ihrer ersten Begegnung aneinander geraten.
Da sich Fürst Wang aus Unsicherheit moderat verhält, bringt eine Beschwerde Jin´s gegen Tong für den Chief Constable nicht den gewünschten Erfolg.
Also intrigiert Jin mehr oder weniger offen gegen den neuen KungFu-Instructor. Dessen Sohn wird in der Schule gemobbt..., aber Tong hat auch eine ganz besondere "Achilles-Verse":
Er, der seinen Männern den Umgang mit Prostituierten verbot, verfällt der schönen Hure Hong (Sibelle Hu). Das macht den Instructor natürlich angreifbar..., doch kann Tong seine Position halten, da er im Kampf gegen Jin´s Verbündeten, Constable Chai (Lung Tien-Hsiang), siegreich bleibt!
Doch da heckt Jin Bu Huan eine ganz besonders teuflischen Plan aus: Er lässt seinen Onkel neuen Eunuchen-Nachwuchs suchen..., und die Wahl fällt "zufällig" auf Tong´s Sohn Tong Xiao Feng!
Tong ist machtlos..., und muss die Dinge geschehen lassen.
Letztendlich ist ein brutal geführtes Duell mit Jin Bu Huan auf Leben und Tod absolut unausweichlich..........
Fazit:
Im Jahre 1985 drehte Meister-Regisseur Sun Chung diesen gutklassigen, spannenden Eastern als eine der letzten größeren Produktionen der Shaw Brothers.
Und gleichwohl sich die Grenzen verwischen, wer wann den letzten Film für Shaw drehte, ist anzunehmen, dass dies der letzte Streifen Ti Lungs für das Studio der Gebrüder Shaw war.
Und vieles ist hier bereits outdoor gelagert..., die Studios befanden sich wohl schon in Auflösung..., und so wich Sun Chung für seinen Eastern auch teils in die nationalchinesische Republik Taiwan aus.
Dennoch ist Sun Chung nicht nur ein in weiten Phasen spannender Eastern gelungen, sondern auch atmosphärisch kann das alles soweit überzeugen.
Ziemlich stringent und zielstrebig steuert Sun Chung den Plot, baut dennoch vieles in seinen Streifen ein..., KungFu, Intrigen, Streitereien die laut ausgetragen werden..., Drama -vor allem als es um die Kastration des Film-Sohns Ti Lungs geht, und Sun Chung dem Zuschauer hier äußerst wenig erspart-, Commedy und Erotik.
Das sind auch die Mankos in Sun´s Streifen..., er packt vieles in seinen Streifen hinein, dadurch hetzt er etwas durch den Plot..., und auch die Commedy ist wenig gelungen. Die Soldaten haben all zu viel Sex im Kopf..., und der bricht sich oft in alberner Verbal-Erotik Bahn.
Doch insgesamt kann der Eastern Sun Chung´s überzeugen. Vieles lebt vom dramatischen Spiel Ti Lung´s, der wie immer eine erstklassige Darstellung liefert. Chen Hui Min steht dem als wütend-hinterhältiger Rivale Ti Lung´s, der voller Hass steckt, in nichts nach.
"Terry" Fan Siu-Wong, hier ca. 13jährig, spielt ebenfalls stark, und die Vater-Sohn-Szenen sind hier ein darstellerisches Herzstück in diesem Film.
Sibelle Hu ist bildschön..., und die zahlreichen Nebendarsteller wie Lung Tien-Hsiang oder auch Philip Ko und Tony Liu agieren um die Hauptakteure herum aber passen sich der hohen Intensität an.
Wong Yue und Shaw´s Schiel-Hannes vom Dienst, Yue Tau-Wan, albern allerdings ein bisschen viel herum.
Höhepunkt ist denn das Finale..., hier wird es richtig heftig..., und äußerst blutig. Ein dramatisches Duell zwischen Ti Lung und Chen Hui Min ist hier ein finaler Höhepunkt, der schon atemberaubend ist.
Zuvor sind die KungFu-Fights dünn gesät..., doch gutklassig, und leben vor allem natürlich vom formidablen Können Ti Lungs.
Sun Chung ist zum Ende der Shaw-Ära ein vollgepackter, intensiver, größtenteils spannender und vor allem zum Ende hin hochdramatischer Eastern-Genrebeitrag gelungen.