Yankee McBurney gelangt während des Sezessionskrieges in den Südstaaten schwer verletzt in eine Mädchenschule und wird dort gepflegt. Sein Charme und einige kleine Geschichten bringen ihn den Damen und Mädchen näher, so dass er nicht an die Konföderierten Truppen ausgeliefert wird. Doch er liefert sich selbst weitaus größeren Gefahren aus: Eifersucht, Wut und Rache.
So kann man sich irren, dachte ich doch, das Thrillerdrama schonmal gesehen zu haben. Entweder Pustekuchen oder ich erinnere mich an nichts mehr, was ich im Fall dieses fiesen kleinen Films von Don Siegel aber nicht glaube.
Denn hier ist erinnerungswürdig, dass Clint Eastwood vermutlich vorher und auch in späteren Filmen nie wieder so viel geküsst hat, wie in The Beguiled (unbestätigte Vermutung).
SPOILER Und wer schonmal gebrochene Knochen hatte und daran kein Vergnügen empfunden hat, dem sei hier eine Triggerwarnung mit auf den Weg gegeben. Ein offener Bruch schaut unecht genug aus, um nicht weiter zu stören, die Sägegeräusche am Knochen im Zuge einer Amputation dagegen sehr. Es lief mir eiskalt den Rücken herunter. /SPOILER
Ist womöglich unnötig zu erwähnen, dass das Drama von allen Beteiligten hervorragend gespielt ist und Regisseur Don Siegel selbstredend sein Fach ebenfalls beherrscht. Er lässt sich alles ganz langsam entwickeln, baut elegant ein Verhältnis zwischen McBurney und den Damen auf, bis selbiger eine dumme und folgenschwere Wahl trifft.
Das Finale erweist sich dann als bitterbös, aber absolut konsequent.
Feines, atmosphärisches Drama zur Zeit des US-Bürgerkriegs, das eine böse, gnadenlose Note enthält. Sehenswert, brauche ich aber wohl kein weiteres Mal.