Regisseur Don Siegel und Clint Eastwood drehten kurz darauf den Polizeifilmklassiker "Dirty Harry". Nebst arbeiteten die Beiden auch in "Coogans großer Bluff" und "Flucht von Alcatraz" zusammen. Bei "Ein Fressen für die Geier" haben wir es mit einem eher ungewöhnlichen Western zu tun, nur Eastwoods Erscheinungsbild erinnert an die früheren Sergio Leone Western.
Der Söldner Hogan (Clint Eastwood) rettet die Nonne Sara (Shirley MacLaine) vor drei Banditen. Von nun an reiten die Beiden gemeinsam durch die Wüste, in Richtung des französischen Forts Garnison. Dies will Hogan zusammen mit dem mexikanischen Rebellenführer Beltran (Manuel Fábregas) einnehmen. Doch zuvor steht ihm ein abenteuerlicher Weg bevor, denn Sara wird von den Franzosen verfolgt. Hogan verliebt sich in die Nonne, findet jedoch schnell heraus, dass sie nicht das ist, was sie vorgibt zu sein.
So kennen und mögen ihn die Westernfans. Vollbart, Hut und Zigarillo im Mundwinkel, desweiteren ein sehr loses Mundwerk. Clint Eastwood ist und bleibt unerreicht und zieht auch hier wieder seine machomäßige Show durch. Viele trockene Onliner lockern das Geschehen auf, denn "Ein Fressen für die Geier" schlägt auch ernste Töne an, man nehme nur mal die Hinrichtung und auch im Showdown geht es ordentlich zur Sache. Siegel konzentriert sich ansonsten auf seine zwei Hauptcharaktere, denen eine abenteuerliche Reise bevor steht. Gleich nach der Titelmelodie darf Hogan die drei Banditen um die Ecke bringen, welche Sara ans Leder wollen. Kurz darauf müssen die Beiden vor einer französischen Einheit fliehen und Nervenbündel Sara treibt Hogan oft zur Verzweiflung. Das sorgt für einige amüsante Wortgefechte, doch der Zuschauer kann sich schon denken, dass Sara keine echte Nonne ist.
Shirley MacLaine (Immer Ärger mit Harry, Auf dem Highway ist wieder die Hölle los) macht ihre Sache auch wirklich gut, besonders witzig als sie dem französischen Colonel den letzten Segen geben muss. Leider flacht "Ein Fressen für die Geier" immer mehr ab. Gerade die Vorbereitungen für den finalen Angriff auf Fort Garnison nehmen zuviel Zeit in Anspruch. Und ansonsten passiert nicht viel, zu erwähnen wäre noch die Sprengung der Brücke, welche zu einer spektakulären Zugentgleisung führt. Und natürlich darf eine Romanze nicht fehlen, denn Hogan verknallt sich in die gutaussehende Nonne und bekommt einen Schock, als sie ihre wahre Identität preisgibt. So unterhält Siegels Westernkomödie über die gesamte Distanz recht gut, leider ohne echte Höhepunkte. Mal ein Shootout zwischendurch hätte nicht geschadet, auch der brutale Showdown ist recht kurz geraten. An Ennio Morricones Sounds gibt es natürlich nichts auszusetzen.
Ein sehr unkoventioneller Western mit zwei gut aufgelegten Hauptdarstellern. Das Ganze macht auch Laune, trotzdem fehlt das gewisse Etwas und Höhepunkte lässt "Ein Fressen für die Geier" auch vermissen.