Ganz vorzügliche Martial Arts Comedy in einem sowieso noch bzw. wieder recht guten und so einige Klassiker beinhaltenden Jahr der Shaw Brothers (Hong Kong) Ltd.; was zusammen mit den Ergebnissen von 1981 und 1983 als Umrandung den finalen Gipfelpunkt in voller Kraft und fast auch den Eindruck eines letzten Aufbäumens erweckt. Kid from Kwangtung, die zweite Regiearbeit des bisher als Darsteller und Action Director in Erscheinung getretenen Hsu Hsia nach Lion Vs Lion (1981), vor Fast Fingers (1983) stellt sich dabei als Triebobjekt, als Zusammenführung mehrerer entscheidender Faktoren in gleichzeitig visuell vollmundiger Sättigung und narrativer Verknappung dar; ein geschlossenes System mit mehreren Überraschungen bis hin zu kurzen Genre- und vor allem auch dramaturgischen Wechseln, aber gemeinsamer Qualitäten:
Der Lehrer der Mindge Schule und "head of the spirited Monkeys Clan", Zhang Liyi [ Yen Shi-kwan ], möchte zusammen mit einigen anderen verstreuten Rebellen die überworfene Ming-Dynastie wiederherstellen, was ihm zwar schlagkräftige Freundin beim ebenso gesonnenen Qinglian Clan unter Führung von Mrs. Chen [ Wong Mei-mei ] und ihrer Tochter Chen Xiaowei [ Sharon Yeung ], aber ebenso mächtige Feinde der Qing Dynasty macht. Diese haben mit dem unheimlichen und unbesiegbar scheinenden Luo Yihu [ Hwang Jang-lee ] vom Northern Legs Clan auch gleich ihre beste Waffe in das Dorf geschickt, um die Aufrührer einen nach den anderen zu beseitigen, was mehr als unfreiwillig auch die örtliche Bevölkerung um Master He [ Kwan Fung ] und Master Wu Changjiu [ Kwan Hoi-san ] und ihre jeweiligen Söhne He Jiayu [ Wong Yu ] und Wu Dezhi [ Chiang Kam ] und Wu Debao [ Yuen Tak ] in die Angelegenheit reinzieht.
Eine nicht neue Geschichte, die aber in aller Frische und Erfreulichkeit, in der Inspiration durch die Beteiligten, exemplarische Wahrnehmungsbilder und auch die besonderen Beziehungen der vermeintlichen Nebenszenen zu den offensichtlichen Hauptszenen erzählt wird. Der Ton wechselt später, von lustig bis fast albern hin zu tödlich ernst, ohne das Vorhergeschehene und von Beginn an erfreulich frei Bewegliche aber gleich vergessen zu machen oder auch ad absurdum zu führen. Im Grunde entwickeln sich die Figuren, die sicherlich nicht vom Charakter, sondern ihrer Funktion nach beobachtet werden, dabei trotzdem ihre Eigenarten und Eigenleben in die Tiefe; sind die Veränderungen gerade bei den jüngeren Personen in der Geschichte, den quasi Heranwachsenden dabei im Grunde fast mit der Adoleszenz und so dem Übergang zum vollen Erwachsensein zu bezeichnen. Zeiten und Situationen, die sich von der beschwingten Freiheit und aller Möglichkeit der sorglosen Vergnügung hin zum Stellen der Gefahren und Einsetzen seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten geändert haben. Ein grundsätzlich lebhafter Eindruck, der später nur verschlingend und zerstörerisch oder so seiner Bestimmung zufolge der andauernden Präsentation von Actionszenen in Pflicht und Kür habhaft wird.
Dabei geht der Film sogar relativ sprunglos seine Wege, geradlinig aufsteigend, auch wenn die erste Hälfte grundsätzlich die Komödie und die zweite den zuweilen durchaus blutigen und seine zahlreichen Opfer fordernden Kampf um Leben und Tode beinhaltet. Eine Abänderung in Ausdruck und Melodie, Ohne dass eine Umkehrung in der Gesinnung oder ein merklicher Einschnitt, sondern nur die Notwendigkeit dieser Folge von allgemeiner und spezieller Bedrängnis fühlbar wird. So hat auch jede Entwicklung hier und die sogar einzelne Betrachtung möglich machende Inszenierung ihre ganz eigene Klarheit der Töne und im Grunde auch ihre eigene bereits existierende oder gar später in der Filmographie wiederverwendete Referenz.
Während in der Titelsequenz, einem vorweggenommenen Training an Boden, Barren und Ringen für spätere Fälle sowohl die Anlehnung an Monkey Kung Fu und besonders Mad Monkey Kung Fu [ beide 1979 ] und akustisch schwebend an die Erinnerungen der Wong Fei Hung - Rolle und seiner Position im Hong Kong Kino erfolgt, stellen sich die nachfolgenden Bereiche in die Gegenwart blickend und auch schon nahezu in die Zukunft schauend auf. So wird eine der Einstiegsszenen, ein Wettstreit der sich dort noch gegenseitig herausfordernden Schüler, deren Pennälerwitze die ersten Minuten der Einleitung ergeben, im späten filmographischen Verlauf und eine Dekade künftig in Last Hero in China [ 1993 ] und dies selbst titelverweisend im Alias Iron Rooster Vs. Centipede bis aufs Details hin kopiert. Zuguterletzt erfolgt ein Ausbruch in die gerade startende Gattung der Horrorkomödien um die jiangshi, die chinese hopping vampires, deren erfolgreicher Beutezug justament startend in den Konkurrenzstudios auch die eigene Gesinnung, Hsu Hsias nächste Arbeit Ghost's Galore [ 1983 ] inspiriert.
Ein Wechselbad der Extra-Schnäppchen, die jeweils eine besondere Stellung im Film und seiner Geschichte sowie den abgeschlossenen Raum-Zeit-Block ermöglichen, sich trotzdem in die Ebene der sonstigen Bewegungsbilder und ihre Wahrnehmungen, die Aktionen und die folgenden Reaktionen integrieren. Auch die sonstigen Affekte und Effekte, gerade die physische Akrobatik, die Kunst der Körperbeherrschung, der Dramaturgie, der abwechslungsreichen Choreographie und ihrer Akzentuierung sind in leidenschaftlicher Empfindung miteinander verbunden, wobei das triumphale Kung Fu erst generell in Groß-, bei den fundamentalen Phasen in Detail- und selbst Erkläraufnahmen vor allem bezüglich der Qin Na-Grifftechniken eingefangen wird.